Ein Team – ob in Uniform oder zivil

©BWI GmbH/Alexander
Redaktion BWI

Karriere, Bundeswehr

Wenn Alexander Anfang August zurück nach Deutschland fliegt, liegen sieben Wochen Dienst hinter ihm. Während dieser Zeit hat er – gemeinsam mit seinem Kollegen Sepp – die IT-Kräfte der Bundeswehr in Niamey (Republik Niger) unterstützt. Jetzt wartet eine mehrwöchige Erholungspause bei der Familie auf Alexander. Zuvor übergibt er seine Aufgaben an Dirk, der für die kommenden Wochen übernimmt.

Der Bundeswehreinsatz am Lufttransportstützpunkt im militärischen Teil des Flughafens Niamey unterstützt die UN-Mission im Nachbarland Mali. Mitarbeiter von BWI Mission & Training entlasten hier sukzessive die Netzwerk- und Systemadministration der Bundeswehr im Einsatz. Noch in der zweiten Jahreshälfte – so der Plan – soll die BWI diese Aufgabe vollständig übernehmen.

Von Firewalls und Wüstensand

Aktuell betreibt M&T den Schichtdienst mit insgesamt acht für diesen Auslandseinsatz besonders ausgebildeten Mitarbeitern. Immer zu zweit teilen sie sich eine Schicht in der Nutzerbetreuung und alle dabei anfallenden Aufgaben. Diese umfassen IT-Anbindung, Telefonie sowie Kommunikation auf dem gesamten Lufttransportstützpunkt – von Problembehebungen bei Druckern oder Firewalls über die Einrichtung der Telekommunikationsanlagen bis zu komplexen Fragestellungen die Steuerung der Satelliten-Kommunikationsanlage betreffend.

Die Ausgabe und Wartung von Handfunkgeräten fällt dabei ebenso ins Ressort der M&T-Kollegen wie die manuelle Wartung von IT-Systemen, Serverraum und Klimaanlage. Gerade das nimmt durch die extreme und permanente Saharastaub-Belastung in dem westafrikanischen Land viel Zeit in Anspruch, wie Alexander erklärt: „Mindestens einmal pro Woche ist Staubsaugen angesagt.“

Erfahrungen als aktiver Soldat und IT-Admin

15 Jahre war Alexander selbst aktiver Bundeswehrsoldat; mit Stationen innerhalb des Heeres von den Pionieren bis zur Artillerie, später als S6 (Fachabteilung IT)-Feldwebel bis zum Dienstgrad des Hauptfeldwebels. Verwendungen im Ausland führten Alexander nach Afghanistan sowie in den Kosovo. Obwohl sie nicht Grundvoraussetzung für den Dienst bei der BWI sind, qualifizieren ihn gerade seine Erfahrungen als S6-Feldwebel enorm für den Einsatz. Dass er nach seiner aktiven Bundeswehrzeit dann noch bei zivilen Unternehmen als Systemadministrator tätig war, macht Alexanders Portfolio komplett.

Der Informationsfluss läuft

Die Kollegen von M&T fühlen sich im Camp Vie Allemande gut integriert. Neben Streitkräften aus Partnernationen sind dort zurzeit rund 80 Bundeswehrangehörige stationiert. „Der Informationsfluss läuft – zum Beispiel über die Morgenlage, eine tägliche Bundeswehr-interne Dienstbesprechung“, erklärt Alexander. Mitarbeitende externer Dienstleister sind zwar nicht dabei, werden im Nachgang aber von dem S6-Offizier über tagesaktuell Wichtiges informiert – etwa, welche Flüge zum oder vom Camp aus geplant sind oder welche Diensthabende an- oder abreisen werden.

Zunächst war der Einstieg in Niamey ungewohnt, wie der 47-Jährige berichtet, der nun Entscheidungen, Abläufe und Gesamtauftrag der Bundeswehr durch die „Dienstleister-Brille“ wahrnimmt. Dennoch: „Im Einsatz ziehen wir an einem Strang. Ganz egal, ob in Uniform oder zivil gekleidet. Das habe ich in meiner aktiven Zeit als Soldat so kennengelernt und erlebe es jetzt im Auftrag der BWI wieder“, betont Alexander. Das sei auch ein wichtiger Teil seiner Motivation für diesen Einsatz. Er hatte erwartet, im Camp Vie Allemande auf Kameradschaft und Teamgeist zu treffen – und wurde nicht enttäuscht.

„Nicht allzu lang gezögert“ habe er vergangenen Herbst, nachdem er über bwi.de von dem Angebot erfahren hatte, und sich bewusst für diesen Einsatz bei der BWI beworben. Selbstverständlich hatte Alexanders Ehefrau Stephanie „ein Wörtchen mitzureden“ bei der Aussicht, daheim in Bayern wochenlang auf den Ehemann und Vater der beiden inzwischen erwachsenen Kinder verzichten zu müssen. Stephanie unterstützt die Entscheidung – zumal die Familie zu Alexanders aktiver Bundeswehrzeit schon Erfahrungen mit Auslandseinsätzen machen konnte.

„Im Einsatz ziehen wir an einem Strang. Ganz egal, ob in Uniform oder zivil gekleidet. Das habe ich in meiner aktiven Zeit als Soldat so kennengelernt und erlebe es jetzt im Auftrag der BWI wieder“

Alexander

Sorgfältige Vorbereitung auf den Einsatz
 

Die BWI legt großen Wert auf eine umfassende Vorbereitung der Kollegen auf ihre Aufgaben in Niamey. Frank, Projektleiter BWI Mission Support, betont: „Dazu zählen wir nicht nur das technische Know-how, sondern beispielsweise auch das HEAT – Hostile Environment Awareness Training, das alle BWI-Mitarbeiter absolvieren, die in den Einsatz gehen.“ Vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Republik Niger um ein Krisengebiet handelt, trainieren die Teilnehmer den Ernstfall. Sie üben beispielsweise Maßnahmen der Evakuierung und, anhand simulierter Szenarien, wie sie sich unter Kampfmittelbedrohung oder Beschuss zu verhalten haben.

Auch der Erwerb interkultureller Kompetenz stand im Fokus der Vorbereitungen: ELSA (EinsatzLandSpezifische Ausbildung), eine Schulung der Bundeswehr, absolvierten die M&T-Mitarbeiter online – angesichts der Corona-Pandemie.

Beim HEAT Lehrgang © BWI GmbH


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Der Einsatz:

Der Lufttransportstützpunkt Niamey (Republik Niger) ist das logistische Drehkreuz für den Einsatz des Deutschen Einsatzkontingents MINUSMA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen) in Mali. Die Bundeswehr unterstützt die Einsätze in der Region u.a. durch die medizinische Evakuierung sowie Sicherstellung der Rettungskette für Soldatinnen und Soldaten der UN-Mission.

Berichterstattung unseres Kunden Bundeswehr:

Die Bundeswehr berichtet auf ihrer Webseite ebenfalls über die Zusammenarbeit mit der BWI für die IT-Unterstützung in Niamey. Hier geht es zum Beitrag.

 

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