Einsatznahe IT: BWI übernimmt Betreuung von HaFIS für die Bundeswehr

© Bundeswehr/Andrea Bienert

Bundeswehr

Die deutschen Streitkräfte übertragen mit Führungsinformationssystemen Meldungen, Befehle und Lagen in Einsätzen. Mit dem Projekt HaFIS hat die Bundeswehr die unterschiedlichen Systeme der Teilstreitkräfte harmonisiert und serviceorientiert ausgerichtet, zu einer einheitlichen, gemeinsamen Plattform für nationale und multinationale Einsätze.

BAAINBw und BWI schließen Vertrag bis 2024

Seit Jahresbeginn unterstützt die BWI die Bundeswehr bei der Systempflege von HaFIS. Im Dezember letzten Jahres schlossen das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und die BWI einen Vertrag für die kommenden vier Jahre. Die Leistungen der BWI reichen vom Betrieb von Unterstützungssystemen, wie zum Beispiel Integrations-, Test- und Ausbildungsanlagen, über das Incident- und Problem Management bis zum Vor-Ort-Service für das Afghan Mission Network (AMN). Außerdem wird das Unternehmen Beratungsleistungen für die Systemarchitektur erbringen und verantwortlich für das Service Operation Management sein, also die Koordination von First-, Second und Third Level Support für die HaFIS-Systempflege.

 

„Mit der Übernahme von Serviceleistungen im Bereich der einsatznahen IT beabsichtigen wir in Abstimmung mit unseren Kunden eine schrittweise, nachhaltige Service-Transition in unser BWI-Portfolio“, sagt Stefan Gerlach, Account Management BWI. Zudem sollen ab 2025 Prozesse in ein gemeinsames, kooperatives Betriebsmodell von Bundeswehr und BWI überführt werden. „Hier leisten wir also Pionierarbeit.“ Zudem sehe man Synergien für weitere HaFIS-Projekte und parallel laufende Vorhaben, wie zum Beispiel im Bereich Einsatz- und Übungen, der Digitalisierung landbasierter Operationen (D-LBO) oder dem HaFIS-Folgeprojekt „German Mission Network“ (GMN).

Vertragsunterzeichnung im BAAINBw am 13. Dezember 2019 (v.l.n.r.): Michael Engelmann, Erster Direktor im BAAINBw, und BWI Account Manager Stefan Gerlach ©Bundeswehr/Dirk Bannert ©Bundeswehr/Dirk Bannert

Darüber hinaus kann die Bundeswehr mit dem Vertrag weitere, heute noch nicht geplante Leistungen bei der BWI abrufen. Zusammenarbeiten wird das IT-Systemhaus hierfür mit der Atos IT Solutions and Services GmbH, die HaFIS seit 2013 begleitet.

 

Digitalisierungspartner der Bundeswehr

Seit November vergangenen Jahres unterstützt die BWI die Bundeswehr bereits bei der Erarbeitung von Datenschutz- und IT Sicherheitskonzepten für das Projekt HaFIS. Die Harmonisierung der Führungsinformationssysteme gehört zu den „richtungsweisenden Digitalisierungsprojekten“, bei denen die BWI die Bundeswehr begleitet, sagte Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI, im Leitungsboard Digitalisierung des Verteidigungsministeriums. Dazu zählten unter anderem auch die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung, die Neuentwicklung des Krisenvorsorgeinformationssystems und D-LBO.

 

Von HaFIS zum German Mission Network

In den Teilstreitkräften der Bundeswehr waren historisch meist unterschiedliche Führungsinformationssysteme entstanden, die den spezifischen Bedürfnissen der verschiedenen Waffengattungen entsprachen. Neben dem Problem der Heterogenität erfüllten diese Altsysteme heutige Anforderungen, wie internationale Zusammenarbeit oder kurzfristige Einsätze, nicht hinreichend. Das betraf vor allem die notwendige Kooperation und Kommunikation zwischen den Systemen.

Die Bundeswehr hat mit dem Projekt HaFIS die verschiedenen Führungsinformationssysteme in eine einheitliche, teilstreitkräfteübergreifende Systemarchitektur überführt, die operative und taktische Informationen für die entsprechenden Führungsebenen und für alle Truppengattungen schneller verfügbar macht.

Mit dem German Mission Network soll das harmonisierte Führungsinformationssystem in den kommenden Jahren erweitert werden, um die Interoperabilität bei multinationalen Einsätzen zu verbessern. Das GMN wird voll kompatibel mit dem NATO Federated Mission Networking (FMN) sein und die räumlich heute noch getrennten IT-Einsatzsysteme zu einem physischen, logischen und interoperablen System zusammenführen.
 

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