Bundeswehr stellt neues Battle Management System der deutschen Streitkräfte vor

© Bundeswehr/Marco Dorow

Bundeswehr

Am 26. Mai hat die Bundeswehr in der Wettiner-Kaserne in Frankenberg/Sachsen Soldatinnen und Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 das neue Battle Management System präsentiert. Der Großverband wird Teil der NATO-Eingreiftruppe „Very High Readiness Joint Task Force (Land)“ (VJTF (L)) sein, die das neue digitale Gefechtsleitsystem 2023 erstmal im Einsatz nutzen wird. „Wir sind Partner bei multinationalen Einsätzen“, sagte Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur des Heeres, bei der gestrigen Einführung und betonte die Verantwortung der Bundeswehr innerhalb der NATO. Dabei seien der Austausch von Daten zwischen den Partnern und damit die Digitalisierung extrem wichtig.

Das Battle Management System ist als streitkräftegemeinsame Technologie ein zentraler Bestandteil bei der Digitalisierung landbasierter Operationen. Das System soll dafür sorgen, dass die Bundeswehr Informationen in Einsätzen interoperabel und bruchfrei zwischen Gefechtsständen, Einheiten und Verbündeten austauschen kann.

 

BWI-Projekt „BMS VJTF 2023“

Die BWI, IT-Systemhaus und Digitalisierungspartner der Bundeswehr, unterstützt die deutschen Streitkräfte mit der Entwicklung und zukünftig dem Betrieb von IT-Services für das BMS, eingebettet in den Mission Enabling Service der Bundeswehr. Zudem baut sie die für das BMS notwendige IT-Infrastruktur sowohl für Gefechtsstände als auch Fahrzeuge auf. Ab Frühjahr 2021 beginnt die Ausstattung mit der für das BMS vorgesehenen Hardware. 2023 soll das neue digitale Führungssystem zur Verfügung stehen. Das BWI-Projekt „BMS VJTF 2023“ ist Teil des Programms „Digitalisierung landbasierter Operationen“ (D-LBO), mit dem die BWI neben dem Programm „HaFIS/GMN“ ihren Beitrag zur vernetzten, digitalen Gefechtsführung der Bundeswehr leistet.

 

SitaWare – das neue Battle Management System

Basis des neuen BMS ist die Produktfamilie SitaWare des dänischen Softwareentwicklers Systematic. Nach umfangreichen Tests verschiedener Lösungen im Test- und Versuchsverband des Heeres in Munster fiel Ende 2019 die Entscheidung für die bewegliche Ebene zur Beschaffung durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Das Battle Management System, das bereits in 30 Ländern im Einsatz ist, wurde auf die speziellen Anforderungen des Heeres zugeschnitten.

Mit dem BMS sollen Missionen geplant, Lagen und eigene Truppen dargestellt und Informationen bis hin zum einzelnen abgesetzten Soldaten ausgetauscht werden. Ähnlich eines Betriebssystems wie Windows oder iOS liefert es eine Benutzeroberfläche, über die Informationen in Form eines Echtzeit-Lagebildes bereitgestellt werden. Dabei fügt das Führungsinformationssystem Daten unter anderem von Sensoren und Subsystem zusammen, wie zum Beispiel von ADLER (Artillerie-, Daten-, Lage- und Einsatz-Rechnerverbund), dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem der Artillerietruppe.
 

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