Unsere
Kontaktmöglichkeiten:

+49 (0)2225 988 0Montag bis Freitag9:00 bis 17:00 Uhr
FAQ die häufigsten
Fragen in der Übersicht
BWI GmbH
Auf dem Steinbüchel 22
53340 Meckenheim
Die Sonde im an der Wasseroberfläche© Marcus Mohr
KALMAR

KI sorgt Unterwasser für Durchblick

3 min
28. Februar 2024

Alle Augen sind auf die Wasseroberfläche gerichtet, als ein längliches, U-Boot-artiges Vehikel vor Eckernförde in das Hafenbecken gelassen wird. Es sinkt langsam ins trübe Wasser hinab und verschwindet. Drei Meter über dem Grund beginnt seine Mission: Das Aufspüren und Melden eines Objektes. Das ist Gegenstand des Innovationsexperiments KALMAR.

Diese Szene spielte sich am 16. Oktober 2023 in Eckernförde an der Ostsee ab. Hier fand der Demo Day des BWI-Innovationsexperiments KALMAR für die Bundeswehr statt. In einem vordefinierten Seegebiet in der Nahuferzone von Eckernförde wurde das Experiment Vertretern der Bundeswehr und der Marine, darunter Marineinspekteur Jan Christian Kaack, vorgestellt. Entwickelt wurde die innovative Lösung gemeinsam von der BWI-Innovationseinheit innoX, dem Deutschen Marinekommando, der marinom GmbH, einem Dienstleister im Bereich autonome maritime Systeme, und der Hochschule Bremen. Wesentliche Unterstützung leistete auch die Wehrtechnische Dienststelle WTD71 bei der Durchführung und Lieferung des technischen Equipments. Das Ziel von KALMAR: die Erfassung und Weitergabe von Unterwasser-Detektion nahezu in Echtzeit. Während dies heute noch langwierig ist und gesammelte Daten erst nach der Aufklärungsfahrt ausgelesen werden können, werden bei KALMAR die autonomen Unterwasserfahrzeuge (AUV) mit einem Edge Device und einer speziell angelernten KI ausgestattet. Erkennt sie ein Objekt, bringt die KI das AUV unmittelbar zum Auftauchen und die Daten zur Einbindung in das Lagebild können direkt an den Operateur geleitet werden – ein großer Mehrwert für die militärische Aufklärung. Der Demo Day diente dazu, die Funktionsweise von KALMAR zu zeigen und das Experiment der relevanten Zielgruppe und Entscheidungsträgern näherzubringen.

Erprobungsphase stellt Experimente auf den Prüfstand

Schon vorab hatte KALMAR eine intensive Erprobungsphase durchlaufen. Diese ist für jedes Experiment unerlässlich und muss nach 4-6 Monaten Ergebnisse liefern. Innerhalb mehrerer Wochen am Stück wurde KALMAR mittels Tauchgängen mit dem AUV getestet. In dieser intensiven Phase wurden insgesamt fünf Hypothesen aufgestellt, die es zu beweisen galt: Die Sensorfusion sollte ein einheitliches Lagebild erzeugen und der Einsatz von KI auch im Unterwasserbereich eine zuverlässige automatische Objekterkennung und -klassifizierung ermöglichen. Die Auswertung der Sensoren sollte „on-the-edge“, also direkt am Gerät erfolgen und der notwendige Datenfluss damit bedeutend reduziert werden. Diese echtzeitnahe Datenauswertung und die direkte Datenübertragung sollen für eine entscheidende Zeitersparnis sorgen. Zuletzt kann diese Zeiteinsparung durch den schnelleren und kompakteren Datenfluss und Auswertung auch für die Einsatzplanung von Vorteil sein.

Diese Hypothesen konnten im Laufe der Erprobungsphase bewiesen werden. Erprobungsmissionen mit einer Laufzeit von 30 Minuten konnten bis zur erstmaligen Objekterkennung auf 6 Minuten reduziert werden.

KALMAR - Großes Potential, vielseitige Anwendungsmöglichkeiten

Das Experiment stieß bei der gesamten Marine auf großes Interesse, der Mehrwert des Experiments ist eindeutig. KALMAR könnte in Zukunft entscheidend mehr Aufklärungsarbeit in kürzerer Zeit und damit einen wichtigen Beitrag für Bundeswehr und Marine leisten. „Mit seiner innovativen KI-Software in Kombination mit autonomen Unterwasserfahrzeugen erzeugt es genau die Fähigkeiten, die wir jetzt schnell brauchen. Damit gelingt es, Echtzeitdaten für ein Unterwasserlagebild zu gewinnen und Anomalien festzustellen“, so Vizeadmiral Jan Christian Kaack. Das Projekt zeige, wie wichtig und erfolgreich das Experimentieren mit neuen Technologien für die Steigerung der Führungs- und Einsatzfähigkeit der Marine sei, so der Inspekteur der Marine weiter. Nach der intensiven Erprobungsphase, gefolgt von der Vorführung im Rahmen des Demo Days, prüft die Bundeswehr nun die weitere Entwicklung von KALMAR.

Das Potential der IT-Lösungen ist groß und bietet eine Basis für Weiterentwicklungen. Durch das Training mit neuen Objektgeometrien etwa könnte KALMAR Seeminen detektieren und auch im Küstenschutz, in Auslandshäfen oder bei kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden. Auch eine zeitgleiche Aussendung mehrerer AUV wäre möglich, was besonders bei zeitintensiver Aufklärung einen entscheidenden Vorteil bedeuten würde. Die Idee und Technologie von KALMAR besitzt auch Potenzial über Anwendungsfälle in der Marine hinaus. Daher ist es wichtig, sie auch über die Ursprungszwecke hinaus weiterzudenken und zu -entwickeln. Eine Aufgabe wie gemacht für die BWI und ihre Innovationseinheiten.

    00:00
    /

    Das könnte Sie auch interessieren:
     

     
    Predictive Digital Twin

    TECH CORNER - DEEP DIVE AI Adaptive Environment Controller
    5 min
    5. Juni 2024

    Predictive Digital Twin

    #Bundeswehr

    #digitalinnovativ

    #Professionals

    Ein „digitaler Zwilling“ ist das virtuelle Abbild eines physischen Objektes. Zunächst fand das Konzept Einsatz bei der NASA, heute findet es Verwendung in der Industrie. Bei der BWI wurde es im Rahmen des Data Analytics Hackathons eingesetzt. …
    5 min
    5. Juni 2024
     
    Meine Reserve: Erster Einsatz im Rahmen der Quadriga 2024 erfolgreich

    Quadriga 2024
    5 min
    7. Mai 2024

    Meine Reserve: Erster Einsatz im Rahmen der Quadriga 2024 erfolgreich

    #Technologie

    #Bundeswehr

    Die Quadriga 2024 ist zu Ende – und mit ihr die größte Übung der Landstreitkräfte der Bundeswehr seit Beginn des russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Erstmals wurde auch die Applikation “Meine Reserve” erprobt, eine von BWI entwickelte…
    5 min
    7. Mai 2024

    Sie werden auf eine externe Seite weitergeleitet:

    Akzeptieren
    Ablehnen

    Diese Einstellung kann in unseren Datenschutzhinweisen erneut konfiguriert werden. In den Cookie-Einstellungen können Sie ihre Einstellungen mit Wirkung auf die Zukunft wiederrufen.