Soldat hat Bildschirm vor sich, auf diesem ist das pCloud Logo.© Bundeswehr/ M. Dorow / BWI GmbH (m.)
Digitales Gefechtsfeld

BWI realisiert Open Defense Cloud für die Bundeswehr

2 min
30. September 2026

Die BWI realisiert im Auftrag der Bundeswehr eine Cloud-Plattform, die sie im Einsatz nutzen kann. Sicher, souverän, mobil: Die „Open Defense Cloud“ (ODC) wird auf die Anforderungen der deutschen Streitkräfte zugeschnitten, verlegefähig sein, eingestufte Daten verarbeiten können und vollständig auf Open Source Software basieren.

Cloud-Computing gehört zu den Schlüsseltechnologien für die digitale Transformation und Fähigkeitsentwicklung der Bundeswehr. Das gilt auch und gerade für das Gefechtsfeld. Über eine Cloud lassen sich Applikationen, Plattformen und Infrastrukturen dynamisch, schnell und skalierbar bereitstellen. Zudem erlauben cloudbasierte Systeme schnellere Updatezyklen operativ genutzter Software und sie sind weniger anfällig für Störungen. Gerade für die derzeitige Entwicklung der Bundeswehr in Richtung Software Definded Defense (SDD) und für den Modular Open Systems Approach (MOSA) schafft die ODC die Voraussetzung, um moderne Lösungen für die deutschen Streitkräfte umzusetzen.

Aus diesen Gründen wird die BWI der Bundeswehr eine Cloud-Infrastruktur zur Verfügung stellen, über die sie künftig sowohl im Inland, als auch in Einsätzen und Übungen ihre IT-Service bereitstellt. Bundeswehr und BWI verfolgen dabei einen Multicloud-Ansatz, unter anderem um Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern zu verringern oder die Interoperabilität zu strategischen Partnern wie der NATO sicherzustellen. Die Open Defense Cloud wird einer von drei Technologie-Stacks der „private Cloud der Bundeswehr“ (pCloudBw), die die BWI für die Bundeswehr bereitstellt.

Cloud und das gläserne Gefechtsfeld

Die große Herausforderung besteht darin, eine Cloud-Lösung zu schaffen, die die heutigen Mobilitätsforderungen der Bundeswehr in Folge der immer fortschrittlicheren Aufklärung durch den Einsatz KI-gestützter Drohnen, digitaler Lagebilder und unbemannter Systeme erfüllt. Die technologische Entwicklung im Ukrainekrieg zeigt, dass die Zeit der großen stationären Gefechtsstände vorbei ist. Militärische Führungseinrichtungen müssen heute mobil sein und dürfen möglichst keine oder nur geringe elektromagnetische Spuren hinterlassen.

Deshalb baut die BWI für die Bundeswehr aktuell eine verlegefähige Cloud-Lösung auf, die aus geschützten Transport- und Betriebsbehältern, sogenannten TuBBs besteht. Auf dieser Plattform werden in 2027 Applikationen bereitgestellt, die ein Brigadegefechtsstand für die digitale Erstbefähigung benötigt. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung und dem Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr, einer aktiven Brigade sowie Industriepartnern und Open-Source-Projekten aus Deutschland und Europa soll dann anschließend die volle Einsatzbereitschaft der verlegefähigen ODC erreicht werden.

Open Source als Fundament

Um den Anforderungen der Bundeswehr, vor allem in Bezug auf digitale Souveränität, Modularität und Interoperabilität, gerecht zu werden, integriert die BWI in die ODC in erster Linie am Markt verfügbare Open-Source-Komponenten. Dabei arbeitet die sie eng im Verbund mit der Bundeswehr und Partnern im Rahmen der NeoNephos Foundation zusammen, der sie in diesem Jahr als Premier Member beigetreten ist. Zunächst realisiert die BWI die Open Defense Cloud als mobile beziehungsweise verlegefähige Plattform für die Bundeswehr. Ziel ist es, schnell Führungsfähigkeit und Geschwindigkeit in der modernen Operationsführung zu gewährleisten. Mittelfristig sollen stationäre Infrastrukturen in den eigenen Rechenzentren folgen.

Die BWI verprobt die ODC zusammen mit der Bundeswehr regelmäßig unter Einsatzbedingungen, beispielsweise im Gefechtsübungszentrum des Heeres oder auf multinationalen Übungen und entwickelt diese stetig weiter. Alle drei Monate erfolgt planmäßig ein neues Release. Zudem arbeiten die Cloud-Experten der BWI aktuell unter anderem an der Migration der ersten Anwendungen. Die erfolgreichen ersten Verprobungen und kontinuierlichen Fortschritte im Projekt haben gezeigt, was bereits möglich ist, und das Vertrauen in den Open-Source-Ansatz gestärkt. So leistet die BWI nicht nur einen Beitrag zur Führungs- und Einsatzfähigkeit der deutschen Streitkräfte, sondern auch zur digitalen Souveränität.

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