Screenshot aus dem pCloudBw-Erklärfilm mit mehreren Kacheln in isometrischer Darstellung auf denen unterschiedliche, dreidimensionale Piktogramme zu sehen sind© BWI GmbH
Open Source und Multicloud

Cloud-Computing und die private Cloud der Bundeswehr

2 min
1. September 2026

Cloud-Computing gehört zu den wichtigsten Technologien der Digitalisierung und wird zunehmend zu einem strategischen Faktor für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr: Mithilfe von Cloud lassen sich Anwendungen, Plattformen und Infrastrukturen schneller, bedarfsgerechter und effizienter bereit- und im Zweifel wiederherstellen. Deshalb ist die „private Cloud der Bundeswehr“ (pCloudBw) ein Kernelement ihrer künftigen IT-Architektur.

Moderne Einsatzszenarien erfordern eine schnelle, sichere und standortübergreifende Verfügbarkeit von Daten und eine nahtlose Zusammenarbeit von Systemen. Hier kommt Cloud-Technologie ins Spiel: Traditionelle IT ist wartungs- und betreuungsintensiv, Server oder Anwendungen müssen manuell und einzeln gepflegt und gewartet werden. Cloud IT dagegen bringt eine kontinuierliche Überwachung und skalierbare, standardisierte Systeme mit sich, die automatisiert bereitgestellt und ersetzt werden können. Diese automatisierte IT-Infrastruktur sorgt für deutlich mehr Flexibilität und damit eine höhere Effizienz, was die Technologie so relevant für die digitale Transformation der Bundeswehr macht. Die Transformation hilft ihr dabei, Prozesse zu vereinfachen, den Wissenstransfer zu beschleunigen, die Zusammenarbeit zu verbessern und so das eigene Personal zu entlasten –  und im Einsatz grundlegende militärische Ziele zu erreichen: Informations-, Führungs- und damit Wirkungsüberlegenheit.

Die private Cloud der Bundeswehr

Die BWI baut mit der pCloudBw die Infrastruktur für die Bundeswehr auf, über die sie ihre IT-Services bereitstellen kann – vom Inland bis auf das Gefechtsfeld. Naturgemäß nehmen Souveränitätsaspekte, wie Technologie- und Datensouveränität, eine zentrale Rolle bei der Einführung von Cloud-Computing in die Bundeswehr ein. Die BWI ist als ihr IT-Systemhaus beauftragt, die erforderliche und geeignete Cloud-Infrastruktur im Rahmen des Projektes pCloudBw der Bundeswehr bereitzustellen. 

Um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu verringern, die Interoperabilität zu strategischen Partnern wie der NATO sicherzustellen, Cloud-Dienste möglichst flexibel verteilen zu können und je nach Anwendungsfall die sicherste und wirtschaftlichste Lösung einsetzen zu können, verfolgen Bundeswehr und BWI einen Multi-Cloud-Ansatz. Dabei setzen sie auf verschiedene Technologien und Hersteller, wie Google Cloud in der air-gapped Variante, und künftig auch verstärkt Open Source. So kooperiert die BWI etwa mit Industriepartnern und Open-Source-Projekten aus Deutschland und Europa.

Dieser Mix aus Open-Source-Produkten und der Zusammenarbeit mit Industriepartnern ist für Bundeswehr und BWI das Mittel der Wahl, um Handlungs- und Wahlfreiheit zu erreichen. Ebenfalls können technische sowie wirtschafts- und geopolitische Abhängigkeiten reduziert und vom Innovationspotential des Marktes partizipiert werden.

Die pCloudBw wird das Herzstück der „Multi Cloud der Bundeswehr“ bilden, die die Abhängigkeit von einem einzelnen Cloud-Anbieter mindern und die Interoperabilität zu strategischen Partnern sicherstellen soll. Anwendungen sollen dabei aufwandsarm und unverändert zwischen Umgebungen verschoben werden können.

Die Cloud auf dem Gefechtsfeld

Cloud ist nicht nur ein wesentlicher Treiber der Digitalisierung, sondern gehört neben Künstlicher Intelligenz oder modernen Übertragungswegen auch zu den Kerntechnologien einer neuen Art der Einsatzführung, den „Multi Domain Operations“. Sie ermöglichen den kombinierten Einsatz von Kräften und Fähigkeiten in mehreren Dimensionen. Cloud kann hierbei als IT-Plattform nicht nur die nötige Speicher- und Rechenkapazität skalierbar liefern, sondern bietet auch die Agilität und Resilienz, die für militärische Bedrohungs- und Einsatzszenarien essenziell ist.

Auch im Kontext von „Software Defined Defence“ (SDD) offenbart Cloud-Computing seine Stärken: Die Cloud bildet hier die integrierende IT-Plattform, über die verschiedene Systeme wie Waffenssystemplattformen, Lagezentren im Sinne einer horizontalen und vertikalen Sensordatenfusion im Einsatz miteinander verbunden sind. Cloud-Computing ebnet der software- und datenzentrischen Fähigkeitsentwicklung mit der zur Verfügung stehenden Technologie den Boden, um auf operative Anforderungen im Gefecht adäquat, schnell und unbürokratisch reagieren zu können und damit zur Informations- und Wirkungsüberlegenheit auf dem Operationsfeld beizutragen. 

Cloud für das einsatznahe Umfeld ist also eine wesentliche Grundlage, um IT-Anwendungen zu flexibilisieren. Damit kann die Technologie einen wichtigen Beitrag zur Reaktionsgeschwindigkeit und damit Wirkungsüberlegenheit der deutschen Streitkräfte leisten.

Digitale Souveränität durch Cloud

Die pCloudBw wird einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das IT-System der Bundeswehr leistungsfähiger, sicherer, adaptiver und somit resilienter und widerstandsfähiger zu machen. Mit ihrer Cloud-First-Strategie verpflichtet sich die BWI daher, neue Anwendungen so zu entwickeln, dass sie sich für die Cloud eignen. Für die BWI ist Cloud damit mehr als nur eine Technologie. Sie ist Teil ihrer strategischen Weiterentwicklung und ihres Leistungsversprechens als primärer Digitalisierungspartner der Bundeswehr in Frieden, Krise und Krieg.

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