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Neue Chancen durch Software Defined Defence © Handelsblatt
Handelsblatt-Konferenz

Neue Chancen durch Software Defined Defence 

3 min
7. Februar 2024

Bei der Handelsblatt-Konferenz “Sicherheit und Verteidigung 2024” haben viele hochrangige Gäste über den Stand der Zeitenwende diskutiert. BWI-CEO Frank Leidenberger sprach als Gast auf einem Panel zum Thema “Software Defined Defence”.

Als vor knapp zwei Jahren der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, prägte Bundeskanzler Olaf Scholz in einer Bundestagsrede das Wort von der „Zeitenwende“. Wie weit sind wir mittlerweile bei der Umsetzung? Und welche Herausforderungen bringen die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft? Das waren Themen, die auf der Handelsblatt-Konferenz „Sicherheit und Verteidigung 2024“ am 30. und 31. Januar diskutiert wurden.

Der CEO der BWI GmbH, Frank Leidenberger, war bei der Konferenz zu einem Podium eingeladen, auf dem das Konzept von „Software Defined Defence“ diskutiert wurde. 

„Es ist keine Herausforderung – wir müssen einfach nur loslegen und machen“, fasste Leidenberger die Debatte um den technologischen Wandel im Militär zusammen. Im Kern sei Software Defined Defence die Idee, ein „Internet of Military Things“ zu bauen. Die BWI konzipiere einerseits die dazu nötige Architektur in enger Kooperation mit der Bundeswehr. Andererseits brauche es Schnittstellen und gemeinsame Standards, um die verschiedenen technologischen Systeme bei der Bundeswehr über eine integrierende IT-Plattform zu verbinden. Für das Training von KI-Lösungen in diesem Gesamtsystem braucht es viele Daten – über diese müsse die Bundeswehr die Hoheit behalten, das sei eine Frage technologischer Souveränität.

Software Defined Defence aus Sicht der BWI

Aus Sicht der BWI ist der Kern von Software Defined Defence einerseits die datengetriebene Verbindung und Nutzung von Sensoren und Effektoren über eine gemeinsame Plattform. Andererseits aber auch die Möglichkeit, über agile Softwareentwicklung neue Funktionalitäten mittels dieser Plattform für den Einsatzbedarf kurzfristig zur Verfügung stellen zu können.

Daraus ergeben sich für die BWI mehrere wesentliche Aufgabenfelder. Die BWI kann über die von ihr in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bereitgestellte Infrastruktur und entsprechende IT-Plattformen neue und agile Rüstungs-Lösungen der Industrie ermöglichen. Gleichzeitig wäre diese Infrastruktur aber auch Drehscheibe und Andockpunkt für Lösungen, die nicht auf BWI- bzw. Bundeswehr-Plattformen ausgebracht werden sollen. Die dafür erforderlichen interoperablen Schnittstellen brauchen außerdem Regelungen für das Zusammenwirken in einem föderativen Ansatz. Diese müssen gemeinsam mit anderen in Gremien entwickelt werden.

Aktiver Dialog mit der Industrie

Ein weiterer wichtiger Punkt ist schließlich der aktive Dialog mit der Industrie: Hier kann die BWI als Digitalisierungs- und Technologiepartner des BMVg und der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die nötigen Voraussetzungen für die Implementierung des Konzepts von Software Defined Defence geschaffen werden.

Ebenfalls auf dem Handelsblatt-Podium war Generalleutnant Michael Vetter, CIO im BMVg. Er zitierte das US-Militär, wo derzeit von „seismischen Veränderungen im Charakter des Krieges“ die Rede sei, die mit der stärker werdenden Rolle von Software beim Militär einhergingen. Bisher sei die Debatte in Deutschland immer noch sehr Hardware-fokussiert. Es gehe bei Software Defined Defence darum, wie man technologische Plattformen, die teilweise mehrere Jahrzehnte beim Militär in der Nutzung sind, über Softwareveränderungen so relevant halten kann, dass sie auch Aufgaben in der modernen Kriegsführung erfüllen können. Neue Systeme müssten so integrierbar sein, dass man nicht in die herkömmlichen Kampfwertsteigerungszyklen komme, die oft viele Jahre dauern würden.

Breuer äußerte sich zu Zukunftstechnologien

Zu den Veränderungen, die sich in den vergangenen zwei Jahren im Geschäftsbereich des BMVg ergeben haben, äußerte sich gleich zu Beginn der Konferenz der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Hitschler in einer Key Note. Er nannte einige Zahlen: Über 60 Prozent des Sondervermögens von 100 Milliarden Euro sind bereits unter Vertrag genommen. Im Vergangenen Jahr wurden 55 so genannte „25-Millionen-Vorlagen“ gemacht – der höchste Wert seit Einführung dieser Beschaffungsvorlagen für den Haushaltsausschuss im Jahr 1981. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) habe im vergangenen Jahr 11.700 Verträge gemacht und habe aktiv an 1.700 Projekten gearbeitet. Im laufenden Jahr solle das Tempo weiter erhöht werden: Im Jahr 2024 soll erstmals seit Jahrzehnten das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben erreicht werden.

Generalinspekteur Carsten Breuer legte am zweiten Konferenztag einige Gedanken dazu dar, welche Fähigkeiten in Zukunft zur „Landesverteidigung und Bündnisverteidigung“ – wie Breuer begrifflich bewusst definierte – gebraucht werden würden. Neben einer „nationalen Führungsfähigkeit“ gegen hybride Angriffe und einen Fokus auf die Herausforderungen des demografischen Wandels nannte er auch die schnelle Nutzbarmachung von Zukunftstechnologien wie Big Data oder KI. Und, wie Breuer separat betonte: „Drohnen, Drohnen, Drohnen“. Die technisch bestimmenden Möglichkeiten in diesem Bereich seien vielerorts zu spät erkannt worden. Abschließend forderte er auch eine Veränderung im Mindset der Soldatinnen und Soldaten. Viele hätten bereits jetzt die neue Bedrohung und die daraus entstandenen Veränderungen verinnerlicht. Aber es komme darauf an, dass dies jeder und jede begreift und konkret umsetzt.

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