Online-Videosprechstunden: CIHBw unterstützt Sanitätsdienst der Bundeswehr

© Jonas Weber/Bundeswehr

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Seit 18. März erprobt das Bundeswehrkrankenhaus Berlin die „Online-Videosprechstunde“ praktisch. Der Pilotbetrieb des als Sonderforschungsvorhaben des Sanitätsdienstes eingeführten Systems, das aus einer speziell gesicherten Online-Plattform sowie mobilen Endgräten besteht, hätte ursprünglich erst in zwei Monaten beginnen sollen. „Aufgrund der Corona-Pandemie und da wir mit den Pretest-Ergebnissen zufrieden waren, haben wir zusammen mit unseren Partnern am Bundeswehrkrankenhaus Berlin entschieden, die Online-Videosprechstunde jetzt schon einzusetzen“, sagt Major Gerhard Borchardt, Projektverantwortlicher im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw). Auch wenn noch nicht alle Funktionen für den Nutzenden verfügbar seien.

 

Videosprechstunden verringern Infektionsgefahr

Die neue digitale Komponente der Arzt-Patienten-Kommunikation soll zum einen die Ansteckungsgefahr für Patienten und medizinisches Personal mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 verringern und damit dazu beitragen, die COVID19-Pandemie einzudämmen. Zum anderen soll die Videosprechstunde Anfahrtswege und Wartezeiten für Patienten reduzieren. „Unsere Aufgabe ist es, die zielgerichtet zu unterstützen, die jeden Tag ihre Arbeit in den Dienst anderer stellen und für die Gesundheit unserer Soldatinnen und Soldaten Sorge tragen“, so Borchardt. Es gehe darum, Nutzern so schnell wie möglich die entsprechenden Mittel und Materialien zur Verfügung zu stellen. Der CIHBw setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin um. Technische Basis ist neben handelsüblicher Hardware eine kommerzielle Webapplikation zur Arztkonsultation, die über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung verfügt.

Oberfeldarzt Dr. David Back während der Videosprechstunde mit einem Patienten © Bundeswehr© Bundeswehr

Einsatz in weiteren medizinischen Bereichen denkbar


Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin setzt die Online-Videosprechstunde vorerst nur im Rahmen der Nachsorge und Verlaufskontrolle ein. In einem nun beginnenden zweiten Schritt sollen auch Truppenärzte die Möglichkeit erhalten, ihre Patienten telemedizinisch bei Fachärzten der Klinik vorstellen zu können.

Perspektivisch sei zudem denkbar, die Anwendung auf andere medizinische Fachgebiete auszuweiten, auch wenn klar sei, dass der direkte Kontakt zwischen Patient und Arzt dadurch nicht ersetzt werden kann. „Durch den Bildschirm kann man schließlich keine Schulter oder Knie abtasten“, erklärt Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. med. David Back, medizinischer Leiter des Projekts. Man wolle aber untersuchen, inwieweit zumindest bestimmte Anteile einer Behandlung digital abgebildet werden können. Ziel des Projekts sei es gerade angesichts der COVID19-Panemie, den Arzt-Patienten-Austausch um eine neue digitale Ebene der Interaktion zu ergänzen.

Seit Anfang des Jahres ist der CIHBw Teil der BWI GmbH, dem IT-Systemhaus und Digitalisierungspartner der Bundeswehr.
 

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