Initiative des Bundeskanzleramts: BWI ist Partner beim Pilotprojekt „Digitaler Hotel-Check-in“

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Digitalisierung, Innovation

Durch die von der BWI mitentwickelte Lösung zum digitalen Hotel-Check-in können Geschäftsreisende der teilnehmenden Unternehmen in einem Pilotbetrieb digital im Hotel einchecken. Damit können sie sich es sparen, den gesetzlich vorgeschriebenen Meldeschein auszufüllen oder nachträglich die korrekte Firmenadresse für die Rechnung anzugeben. Der digitale Hotel-Check-in ist einer von mehreren geplanten Anwendungsfällen der europäischen Digitale-Identitäten-Initiative des Bundeskanzleramts.

Ziel der Initiative ist es, in Europa einen nahtlosen, sicheren und verifizierbaren Austausch von digitalen Nachweisen zu schaffen. Es soll auf den Standards einer selbstsouveränen Identität (Self-Sovereign Identity) basieren. Das Bundeskanzleramt hat die BWI gebeten, sich als Pilot- und Technologiepartner an dem ersten Anwendungsfall der Initiative zu beteiligen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Umsetzung der ‚Digitalen Identitäten’ eine große Bedeutung für die digitale Souveränität Deutschlands hat. Dabei spielt vor allem die Nutzung von Self-Sovereign Identity und damit die Möglichkeit, die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten zu haben, eine wichtige Rolle. Gerade dieser Aspekt macht die Technologie auch für die Bundeswehr mit ihrer großen Fülle an schützenswerten Daten besonders interessant,“ so Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI.

 

Die technische Innovation hinter dem digitalen Hotel-Check-in

Der Hotel-Check-in beruht auf zwei digital verifizierbaren Identitätsnachweisen, die auf dem Smartphone des Reisenden gespeichert werden: die Basis-ID als digitales Abbild des elektronischen Personalausweises und eine Arbeitgeberbescheinigung für die korrekte Rechnungsstellung. Diese befinden sich in einer sogenannten Wallet-App, einer Art elektronische Briefbörse. Für das Pilotprojekt wurde deren Funktionalität erweitert, damit die Bundesdruckerei den Nutzer*innen die Basis-ID zur Verfügung stellen kann. Mit der App ist es möglich, schnell und – gerade in Zeiten der Corona-Pandemie – kontaktarm im Hotel einzuchecken.

Die App ermöglicht den Nutzer*innen mittels Blockchain-Technologie einen selbstsouveränen Umgang mit den eigenen Identitätsdaten. Das heißt, sie können ihre Daten selbstbestimmt verwalten und bei Bedarf kontrolliert mit Dritten teilen. Die Nachweise und Daten sind an keiner zentralen Stelle gespeichert, sondern ausschließlich in der persönlichen Wallet-App der Nutzer*innen. Eine spezialisierte Blockchain übernimmt dabei für alle Beteiligten die Funktion des Auskunftsregisters. Durch sie kann geprüft werden, ob vorhandene Nachweise gültig sind, ohne selbst die Nachweise und deren Inhalte im Detail zu kennen. So entsteht maximale und selbstbestimmte Datensicherheit im Einklang mit den rechtlichen Erfordernissen.

Martin Kaloudis (3.v.r) in Berlin beim Gruppenfoto zum offiziellen Start des „Digitalen Hotel-Check-in“ mit Staatsministerin Dorothee Bär (2.v.l.) und Staatssekretär Markus Richter (auf dem Bildschirm im Hintergrund) © BundespresseamtMartin Kaloudis (3.v.r) in Berlin beim Gruppenfoto zum offiziellen Start des „Digitalen Hotel-Check-in“ mit Staatsministerin Dorothee Bär (2.v.l.) und Staatssekretär Markus Richter (auf dem Bildschirm im Hintergrund) © Bundespresseamt

Gemeinsam an den Start mit starken Partnern

Neben der BWI sind die Deutsche Bahn, die Lufthansa und Bosch als Pilotpartner beteiligt. Zusammen mit weiteren Technologiepartnern, unter anderem der Bundesdruckerei, betreibt die BWI einen Teil der notwendigen IT-Infrastruktur für den Anwendungsfall. Für das Gelingen des Pilotprojekts war dieses starke Partner-Ökosystem von großer Bedeutung. Der digitale Hotel-Check-in soll deutschlandweit in etwa 120 Betrieben der Hotelketten Motel One, Lindner und Deutsche Hospitality zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der europäische Digitale-Identitäten-Initiative sollen bis zu sieben weitere Anwendungsfälle umgesetzt werden. Einige davon haben auch für die Bundeswehr hohe Relevanz und versprechen deutliche Mehrwerte. Dazu zählen beispielsweise die digitale Zulassung von Kraftfahrzeugen oder der digitale Zugang zu Liegenschaften und Gebäuden. Die BWI steht als IT-Systemhaus der Bundeswehr mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung für diese und weitere Anwendungsfälle bereit.

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