Ein Tisch mit einem Spielbrett und Karten darauf© BWI GmbH/Gina S.
Einblicke in Cybersicherheit

Wie wird Cybersicherheit bei der BWI trainiert?

2 min
2. Oktober 2026

Die BWI betreibt, überwacht und sichert die gesamte IT-Infrastruktur der Bundeswehr rund um die Uhr. Dabei steht sie vor der Herausforderung, verstärkt das Ziel von Cyberangriffen und hybriden Bedrohungen zu sein. Um ihre Spezialistinnen und Spezialisten im Security-Bereich so zu trainieren, dass im Ernstfall die richtigen Entscheidungen auch unter Zeitdruck getroffen werden können, nutzt sie Wargaming zur Vorbereitung.

Spionage, Abhöraktionen oder Cyberangriffe – all das sind verschiedene Formen von hybriden Bedrohungen, die immer mehr auch dafür genutzt werden, staatliche Institutionen, Unternehmen und die Gesellschaft gezielt zu destabilisieren und zu schwächen. Besonders kritisch wird das für Unternehmen im Verteidiungsumfeld, denn hybride Angriffe wirken häufig nicht unmittelbar, sondern entfalten ihre Wirkung schrittweise. Die Folge sind Vertrauensverlust, Betriebsunterbrechungen, finanziellen Schäden, Datenverlust oder Verzögerungen militärischer Prozesse. Um das Bewusstsein für solche hybriden Bedrohungen zu schärfen, nutzt die BWI daher unter anderem Wargaming als Methode.

Wargaming als Trainingslager für Security-Teams

Mit Wargaming lassen sich in einer sicheren Umgebung, Cyberangriffe auf eine IT-Infrastruktur simulieren, damit in komplexen, unvorhersehbaren Situationen bessere Entscheidungen getroffen werden. Ziel ist es nicht, den perfekten Plan zu entwickeln, sondern Entscheidungsprozesse, Kommunikation und Zusammenarbeit unter realistischen Rahmenbedingungen zu trainieren. Um Cyber-Risiken effektiv zu begegnen, kommen in der Praxis zwei grundlegend verschiedene Wargaming-Methoden zum Einsatz: Analytical Wargames dienen dazu, zukünftige Szenarien zu erforschen und neue Erkenntnisse zu gewinnen, indem komplexe Cyberangriffe simuliert werden. Hier nutzen Teams ihre Kompetenz als Werkzeug, um eine spezifische Strategie auf Schwachstellen zu prüfen. Dabei steht die Optimierung des Plans und nicht das Training der Personen im Fokus. Das gezielte Trainieren und Einüben von Entscheidungsfindung unter Unsicherheit und Zeitdruck ist hingegen die Kernaufgabe von Educational Wargames. Nach dem Prinzip „Learning by Doing“ durchlaufen Teams hier standardisierte Szenarien, bei denen der persönliche Lernprozess und die Entwicklung von Teamdynamiken im Vordergrund stehen.

Beide Methoden sind wertvoll, verfolgen aber eine andere Intention. Während analytische Wargames als Stresstest für die Sicherheitsstrategie fungieren, um Risiken im Vorfeld zu minimieren, helfen edukative Wargames vor allem bei der Entwicklung Fähigkeitsentwicklung von Security-Teams.

Wargaming bei der BWI

Als primärer Digitalisierungspartner der Bundeswehr muss sich auch die BWI auf wachsende hybride Bedrohungen vorbereiten, um die Sicherheit der IT-Systeme der Bundeswehr zu jeder Zeit sicherstellen zu können. Daher nutzt die BWI Educational Wargame als Methode, um Mitarbeitende zu trainieren. Dafür wurde ein BWI-spezifisches Wargame entwickelt, welches realistische Bedrohungsszenarien für die BWI beinhaltet. Ziel ist, dass Bewusstsein für für hybride Angriffsmuster zu schärfen und die Relevanz der eigenen Person als potenzielles „Teilziel“ eines hybriden Angriffs zu verdeutlichen. Dafür werden im Spiel die Teilnehmenden in die angreifende und verteidigende Gruppe aufgeteilt. Die angreifende Gruppe plant und führt hybride Angriffe durch, während die verteidigende Gruppe als BWI die Lage bewertet und Gegenmaßnahmen entwickelt. Durch realitätsnahe Szenarien werden Auswirkungen hybrider Bedrohungen sowie die Wirksamkeit unterschiedlicher Gegenmaßnahmen unmittelbar erlebbar. Wargaming ist auch ein hilfreiches Werkzeug, um Erkenntnisse strukturiert aufzunehmen und so die langfristige Verhaltensänderung durch intrinsische Motivation im Team zu fördern.

Bring dein Security-Wissen ein und schütze mit uns die IT-Infrastruktur der Bundeswehr. Unsere aktuellen Stellenangebote findest du hier.

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