Mit cloud-nativen Umgebungen echten Mehrwert schaffen – nicht nur für die BundeswehrMit cloud-nativen Umgebungen echten Mehrwert schaffen – nicht nur für die Bundeswehr
Cloud-Experte im Portrait

Mit cloud-nativen Umgebungen echten Mehrwert schaffen – nicht nur für die Bundeswehr

2 min
3. September 2026

Leo sind in seiner Arbeit Gestaltungsfreiraum und ein breites fachliches Spektrum wichtig. Und dass sie einen gesellschaftlichen Mehrwert schafft, sinnvoll ist. Die Arbeit an der privaten Multicloud, die die BWI für die Bundeswehr bereitstellt, bietet ihm genau das.

Leo ist seit knapp zwei Jahren bei der BWI. Vorher hat er vier Jahre begleitend zu seinem Informatikstudium mit Schwerpunkt auf dem Design verteilter Systeme als Consultant in einer Beratungsfirma gearbeitet. Hier ist er durch Kunden aus der Automobilindustrie erstmals beruflich mit Cloud-Computing in Berührung gekommen und hat angefangen, sich darauf zu konzentrieren. „Cloud eröffnet ein weites Feld und man kann mit seiner Arbeit einen breiten Fußabdruck hinterlassen“, findet Leo. Vor allem gefält ihm, dass es keine Beschränkung auf bestimmte Technologien gibt, sondern stattdessen ein ganzes Spektrum zur Verfügung steht. Von Netzwerken über Datenbanken bis Applikationen, alles wird in der Cloud verarbeitet.

Cloud-native – der Blick unter die Wasseroberfläche

Zunächst hat er die Technologie von Kundenseite kennengelernt. Die Grundidee von Cloud-Computing ist ja, Komplexität auszulagern. Anstatt selbst Infrastrukturen, Plattformen und Anwendungen zu entwickeln und zu verwalten, übernimmt das ein Spezialist, der dann fertige, einfach skalierbare Services liefert. Leo wollte wissen, wie eine Cloud, wenn man sie sich als Eisberg vorstellt, unter der Wasseroberfläche aussieht, wie sie technologisch aufgebaut ist und funktioniert. Deshalb hat er angefangen, sich auf die Entwicklung cloud-nativer Umgebungen zu fokussieren und damit erneut sein fachliches Spektrum erweitert. Cloud-native ist ein Ansatz, um Software so zu entwickeln und zu betreiben, so dass sie optimal in einer Cloud funktioniert. Die Basis ist größtenteil Open Source Software, in deren Kern Kubernetes als wichtigstes Werkzeug steht: ein Programm, das Software in einer Cloud automatisch verwaltet, verteilt und bei Bedarf skaliert.

Über sein Engagement in der Cloud Native Community, einem weltweiten Zusammenschluss von Entwicklern, Administratoren und Unternehmen, die Open-Source-Standards und -Technologien entwickeln, ist er auf die BWI aufmerksam geworden. Für ihn stellte sich zu der Zeit die Frage, ob er zu einem großen amerikanischen Unternehmen geht oder zu einem europäischen. Am Ende hat der gesellschaftliche Impact entschieden, den er mit seiner Arbeit haben kann. „In Europa gibt es sehr viele Gründe sich zu engagieren“, findet Leo. Von den technischen Möglichkeiten haben ihn Bundeswehr und BWI am meisten angesprochen, weil sie den gesamten Stack, also den gesamten Aufbau einer Cloud-Umgebung betrachten, von der Infrastruktur bis zu den Applikationen. Das ist für Leo bei den wenigsten Unternehmen der Fall.

Die private Multicloud der Bundeswehr mitgestalten

„In der Bundeswehr gibt es gerade einen großen technologischen Umbruch. Und wenn es einen Grund gibt, viele Dinge anders zu denken, ist das immer auch eine Chance, an Projekten und Technologien mitzuarbeiten, die es in anderen Unternehmen nicht gibt“, erklärt Leo. Bundeswehr und BWI bauen derzeit eine private Multicloud auf, bei der sie neben Industrie-Kooperationen einen Schwerpunkt auf Open Source Software legen. Über diese Plattform, die „private Cloud der Bundeswehr“ (pCloudBw), wird die BWI in Zukunft ihre IT-Services durchgängig vom Inland bis in die Einsatzgebiete bereitstellen.

Für ihn schließt sich damit der Kreis, der ihn schon in seinem Studium dazu bewogen hat, sich auf Cloud-Computing zu konzentrieren, und der bis heute seine Arbeit prägt: Gestaltungsfreiraum. Der Freiraum an Möglichkeiten, Fähigkeiten, Aufgaben oder Ideen beschreibt im Kern wie er arbeitet und denkt. Leo gehört zum BWI-Team Strategic Technology Advisor und arbeitet damit an verschiedenen Cloud- beziehungsweise Technologieprojekten der BWI mit. Eines davon ist die Bereitstellung der Open Defense Cloud für die deutschen Streitkräfte, als Teil der pCloudBw. Damit entsteht eine Cloud-Plattform, die unter anderem den Mobilitätsanforderungen der Bundeswehr im Einsatz und ihrem Anspruch auf digitale Souveränität entspricht. Eine mobile Cloud, die in einen Transportbehälter passt, alles auf Basis von Open Source Software. Später sollen stationäre Infrastrukturen in den eigenen Rechenzentren folgen. Open Source ist also ein strategischer Ansatz für Bundeswehr und BWI, nicht nur im Cloud-Umfeld.

Der Mehrwert von Open Source

Deshalb engagiert sich die BWI zunehmend in Open Source Communities, im Bereich Cloud, aber auch in anderen, etwa bei Messaging- oder Office-Systemen. Dieses Jahr ist sie beispielsweise der NeoNephos Foundation beigetreten, einer Stiftung der Linux Foundation Europe, die Innovation von offenen Cloud-Infrastrukturen, Cloud-nativen Technologien sowie die digitale Souveränität und Zusammenarbeit in Europa fördert. Für Leo ist es wichtig, Open Source Software nicht nur anzunehmen, sondern auch mitzugestalten. Und immer über den Tellerrand des Status quo hinauszublicken.

„Es gibt existierende Protokolle, Standards und Produkte, die wir nutzen und von deren Interoperabilität wir profitieren können. Es macht keinen Sinn, alles neu zu entwickeln“, sagt Leo. Für ihn komme es vielmehr darauf an, Technologien und Konzepte zu hinterfragen und strategisch weiterzuentwickeln. „Software bietet enormen Gestaltungsspielraum. Wenn wir nicht über den aktuellen Status quo hinausdenken können, werden wir nicht innovativ sein“, findet Leo. Gerade weil Technologie im kontinuierlichen Wandel ist, werde Cloud-Computing sich verändern, weiterentwickeln oder als Konzept irgendwann auch wieder abgelöst werden. Das sei normal, vor allem mit Blick auf künstliche Intelligenz. Genau diese Art zu denken, Technologien strategisch weiterzuentwickeln macht ihm Spaß.

Leo gehört zu den Menschen, die intrinsisch motiviert sind. Abgesehen von Dingen wie Fotografie und Reisen interessieren ihn die Themen, mit denen er sich beruflich befasst, auch privat. Ein weiterer Apekt, der ihm neben Gestaltungsspielraum und strategischem Denken persönlich wichtig ist, dass seine Arbeit Sinn ergibt. Die Lösungen und Konzepte, an denen er mitarbeitet, kommen nicht nur der Bundeswehr zugute, sondern können auch von anderen Organisationen und Institutionen genutzt werden. Sie schaffen also auch einen gesellschaftlichen Mehrwert. Das treibt ihn in seiner Arbeit für die BWI an.

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