Menschenmenge vor der Bühne beim Festival Wacken Open Air© BWI GmbH/privat
IT-Ausbildung mit Verantwortung

Ausbildung live: Als IT-Systemelektroniker-Azubi auf dem Wacken Open Air

2 min
26. August 2026

Wie baut man eine hochverfügbare IT-Infrastruktur für 85.000 Besucher und Besucherinnen auf einer Fläche von mehr als 3,6 Millionen Quadtrametern – auf einem der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt? Dieser technologischen Herausforderung stellen sich unsere Auszubildenden jedes Jahr erneut. Dieses Jahr hat unser Azubi Robin die Challenge angenommen. Gemeinsam mit unserem HR Experten Michael gibt er Einblicke in das außergewöhnliche Praktikum.

Michael, was ist das Wacktikanten-Programm der BWI?
 

 

Die BWI bietet einmal im Jahr den Auszubildenden in der IT-Systemelektronik oder Fachinformatik im Projekt „Wacktikanten“ eine ganz besondere Chance, während ihrer Ausbildung über das gewohnte Themenfeld hinweg ein anderes Einsatzgebiet für IT kennenzulernen. Ermöglicht wird das Programm durch das persönliche Engagement eines BWI-Kollegen, der unseren Wacktikanten vor Ort betreut.

Warum ermöglicht die BWI ihren Auszubildenden solche Praxiseinsätze?

Unter den extremen Bedingungen eines Festivals haben die Wacktikanten die einmalige Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Sie arbeiten mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen in einem Teilprojekt an der IT-Infrastruktur des Festivals, übernehmen Aufgaben und sammeln Erfahrungen unter realen Bedingungen. Raus aus dem gewohnten Ausbildungsalltag und rein in ein besonderes IT-Projekt, bei dem Teamarbeit, IT-Fachwissen und Eigenverantwortung gefragt sind. Solche einzigartigen Erfahrungen sind ein echtes Highlight, die weit über die normale Ausbildung hinaus nachwirken.

Robin, welche IT-Ausbildung absolvierst du bei der BWI und wie wurdest du als Wacktikant ausgewählt?

Ich bin aktuell im dritten Ausbildungsjahr zum IT-Systemelektroniker im Field Service am Standort Stetten am kalten Markt. Im März habe ich mich für das Wacktikanten-Programm beworben, die Wahl wurde dann durch ein Losverfahren entschieden. Ich habe mich riesig über die Nachricht gefreut, denn ich hatte schon seit längerem überlegt, privat zum Festival zu fahren, den Gedanken aufgrund der großen örtlichen Distanz aber wieder verworfen.

Welche konkreten Aufgaben hast du beim Aufbau und Betrieb der IT-Infrastruktur vor Ort übernommen?

Ich habe hauptsächlich beim Aufbau der WLAN-Infrastruktur geholfen. Größtenteils haben wir hierbei mit Richtfunk gearbeitet, um die weiten Strecken auf dem Gelände zu überbrücken, weil kaum feste Leitungen installiert sind. Richtfunk ist eine kabellose Internetverbindung, bei der Daten gezielt über eine direkte Sichtverbindung zwischen zwei fest installierten Antennen übertragen werden. Bei einigen WLAN-Verstärkern haben wir ein kleines Zusatzgerät eingebaut, das den Strom direkt über das Internetkabel liefert. Das war überall dort nötig, wo kein passender Netzwerkverteiler in der Nähe stand. Es gab einige Campingplätze, die von hohen Bäumen umgeben waren, wodurch der Richtfunk blockiert wurde. Für diese haben wir eine Internetverbindung über Satellit aufgebaut. Dazu kommt, dass ich auch ein paar Glasfaserkabel im Verteilerkasten anschließen und miteinander verbinden durfte.

Wann hast du gemerkt, dass du hier echte Verantwortung trägst und gab es Schwierigkeiten vor Ort?

Verantwortung hatte ich eigentlich von Anfang an, denn mir wurden schon am ersten Tag eigene Aufgaben zugeteilt. Meine größte Herausforderung war es, die Verkabelung im Backstage-Bereich der Headliner eigenverantwortlich zu organisieren. Ich habe die Anforderungen mit den Betreuerinnen und Betreuern der internationalen Bands abgesprochen, die Technik geplant und gemeinsam mit dem Team umgesetzt. Schwierigkeiten sind zum Glück kaum aufgetreten. Falls ich dann doch Fragen oder Probleme hatte, hat mich das Team jederzeit unterstützt und stand mir mit Rat und Tat zur Seite.

Was hast du fachlich und persönlich für deine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker  gelernt und welcher Moment wird dir besonders in Erinnerung bleiben?

Auf der fachlichen Ebene habe ich einiges über Richtfunk gelernt und tiefere Einblicke in die Konfiguration von Endgeräten erhalten. Dabei war besonders hilfreich, dass sich die Kolleginnen und Kollegen wirklich immer die Zeit genommen haben, genau zu erklären, warum sie wie welches Geräte einstellen. Bei einem Festival wie dem W:O:A ist vor allem Improvisation sehr wichtig. Anders als in meinem Arbeitsalltag im Field Service bei der BWI, gibt es es natürlich kein Ticketsystem, wo technische Probleme gemeldet werden. Deshalb musste ich oftmals flexibel auf kurzfristige technische Problemen reagieren und diese schnellstmöglich lösen. Persönlich ist für mich das W:O:A ein Festival, bei dem alle willkommen sind. Die Gruppe vor Ort hat mich herzlich aufgenommen und ich hatte viel Spaß bei meinem ersten Besuch von Wacken.

Michael, was ist dein Fazit zum Wacktikanten-Projekt?

Das Programm macht Technik und Kundenkontakt direkt vor Ort erlebbar. Durch die fordernde Situation vor Ort lernen die Auszubildenden über sich hinauszuwachsen. Bei einem solchen Einsatz werden insbesondere Fähigkeiten wie Problemlösung, Teamarbeit, Kommunikation und das Arbeiten unter Zeitdruck gestärkt. Der Spaß kommt am Ende des Tages natürlich auch nicht zu kurz. Ich selbst freue mich sehr darüber, unsere Azubis in ungewohnter Umgebung zu erleben, da ich selbst privat vor Ort war.

Du möchtest während deiner Ausbildung nicht nur zuschauen, sondern auch an echten IT-Projekten mitarbeiten und Verantwortung übernehmen? Entdecke die Ausbildungsmöglichkeiten bei der BWI.

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