Koblenzer IT-Tagung: Das neue digitale Gefechtsfeld und die Rolle der BWI

Zur 13. IT-Tagung hatten das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und AFCEA Bonn e.V. am 7. September 2017 nach Koblenz geladen. Über 400 Teilnehmer hörten ein interessantes Vortragsprogramm zu den Themen IT-Sicherheit sowie Cyber- und Informationstechnik. Ulrich Meister, CEO der BWI GmbH, gab einen Ausblick zum Engagement der BWI in der militärischen IT.

Im Fokus der Veranstaltung stand die digitale Sicherheit der Bundeswehr. Dr. Katrin Suder, Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), referierte in ihrem Vortrag über die immense Bedeutung, die der Cyber-Sicherheit - beispielsweise bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus - zukommt. Digitalisierung sei ein aktuelles Top-Thema der Bundeswehr und stehe ganz oben auf der Agenda von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, betonte Suder.

Bestandteil dieser Neuausrichtung von Bundeswehr, BMVg und BWI sei nicht zuletzt die Besetzung der drei Führungsposten mit Generalleutnant Ludwig Leinhos, Inspekteur Cyber- und Informationsraum (CIR), Klaus Hardy Mühleck, Abteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik im BMVg, sowie Ulrich Meister, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der BWI GmbH. Mit direktem Bezug zur BWI hob Suder die Chancen der Digitalisierung für die Bundeswehr hervor. Die gelungene Umsetzung könne die Effizienz von Organisation und Verwaltung erheblich steigern. Die Voraussetzung sei jedoch, dass die Bundeswehr IT-Spezialisten in ausreichender Zahl gewinnen kann. Wer kein attraktiver Arbeitgeber sei, verliere, so die Staatssekretärin. Eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sei darüber hinaus unerlässlich, um Risiken besser managen zu können.

Cybersicherheit als gesamtstaatliche Aufgabe

Ebenso wie Suder bezog sich auch Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, auf die Wichtigkeit einer engmaschigen Zusammenarbeit von BMI, BMVg und Bundeswehr: Cybersicherheit sei eine gesamtstaatliche Aufgabe, betonte er. Dabei komme auch der BWI im Rahmen der IT-Konsolidierung Bund eine wichtige Rolle zu.

Klaus Hardy Mühleck appellierte in seinem Vortrag an eine ganzheitliche Unterstützung der IT, um die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr jederzeit sicherzustellen. Herausforderungen stelle beispielsweise sowohl die nationale als auch internationale Kommunikation - beispielsweise auf NATO-Ebene - dar. Auch seien hybride Bedrohungen ein Thema geworden, durch die ein Cyber-Verteidigungsfall nötig werden könne. Die BWI beschrieb Mühleck als Host für das Innovation Hub der Bundeswehr. Sie befinde sich zwar etwas außerhalb der Bundeswehrstrukturen, sei jedoch fest bei ihnen angedockt.

Cyber-Angriffe durch Privatpersonen

Generalleutnant Ludwig Leinhos, erster Inspekteur des Kommando CIR, wies auf die Bedrohung durch Cyber-Angriffe hin, die auch Privatpersonen ausüben könnten, wenn diese über die erforderliche Ausrüstung verfügten. Auch sei es möglich, Netzwerke beispielsweise von Unternehmen zu "hacken" oder ein Hacking in Auftrag zu geben - und gefährlich daran: Die Angriffe werden immer kostengünstiger. Auch bezüglich der Rekrutierung von IT-Fachpersonal präsentierte Leinhos die Bundeswehr als attraktiven Arbeitgeber: Man stehe zwar in Konkurrenz zur Industrie, müsse den Vergleich mit ihr jedoch nicht scheuen. Bei der Bundeswehr würden Studienanfänger in einem äußerst interessanten Berufsfeld starten und erhielten eine voll finanzierte Ausbildung - im Rahmen eines soliden fünfjährigen Studiums bei vollem Gehalt. 

BWI-Strategien im militärischen Bereich

Zu Beginn seines Vortrags reflektierte Ulrich Meister die Entwicklungen bei der BWI innerhalb der letzten acht Monate und befand, die BWI befinde sich auf einem sehr guten Weg. Einen Ausblick gab er zum Engagement der BWI in der militärischen IT. Durch ihre intensive Zusammenarbeit sei die BWI noch enger mit der BMVg-Abteilung Cyber/IT (CIT) und dem Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) zusammengerückt und sich ihrer Verantwortung in diesem Bereich bewusst. Zwar sei die BWI in der militärischen IT aktuell ausschließlich unterstützend und beratend an der Seite der Bundeswehr, werde aber, so Meisters Prognose, bereits zum Jahreswechsel 2018/19 diesen Bereich auch operativ stärker unterstützen können.

 

 

 

Informationen zu den Veranstaltern

Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) wurde am 1. Oktober 2012 im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr gegründet. In dem neuen Amt wurden die Aufgaben des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), des Bundesamtes für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw) und Nutzungsaufgaben zusammengeführt. Hauptaufgabe des BAAINBw ist die Ausstattung der Bundeswehr mit leistungsfähigem und sicherem Gerät. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die Entwicklung, die Erprobung, die Beschaffung und das Nutzungsmanagement von Wehrmaterial. Das Spektrum reicht von hochkomplexen Waffen- und IT-Systemen über Panzer, Flugzeuge und Schiffe bis zu persönlichen Ausrüstungsartikeln unserer Soldatinnen und Soldaten.

AFCEA Bonn e.V.

Der gemeinnützige Verein AFCEA Bonn e.V. ist ein Anwenderforum für Fernmeldetechnik, Computer, Elektronik und Automatisierung. Er versteht sich als Fachorganisation für Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) und hat sich zum Ziel gesetzt, einen vielfältigen kommunikativen Austausch zwischen Anwendern und Anbietern der IuK-Technik zu ermöglichen.

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