Digitaler Staat 2019: Verwaltung muss sich am Nutzer orientieren

Bereits zum 22. Mal tagte am 2. und 3. April in Berlin der Fachkongress Digitaler Staat. Er versammelt jährlich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Rund 1.500 Gäste tauschten sich zu den drängenden Herausforderungen der Verwaltung bei der Digitalisierung aus. Die BWI beteiligte sich als Themenpartner in der Fachausstellung und war mit CSO Frank Leidenberger als Experten in zwei Podiumsdiskussionen vertreten.

„Nah am Nutzer sein“, sagte Dorothee Bär, „ist eine Maxime in unseren 19 Digitalisierungslaboren.“ In ihre Eröffnungsrede des Digitalen Staats berichtete die Digitalministerin über die neue Art und Weise, mit der Verwaltungsdienstleistungen gerade digitalisiert werden. Ob BAföG oder Wohngeld – in den Digitalisierungslaboren stehe eine Entwicklung auf der Agenda, die zwei Ergebnisse abwerfen müsse: Zum einen entsteht der digitalisierte Antrag, der sich schnell und rechtskonform anbieten lässt, zum anderen Nutzerprozesse, wie sie idealtypisch sein sollten. Bär betonte, dass Deutschland im Bereich „Digitaler Staatskunst“ weiter aufholen müsse. „Wenn private Unternehmen digitale Imperien aufbauen und Dienstleistungen auf dem Smartphone mit einem Klick ermöglichen, dann muss der Staat vor allem noch mehr Dienstleister sein“, appellierte sie.

Drei digitale Schwerpunkte: Staatskunst, Daseinsvorsorge, Schule

Welche Leistung und Innovationskraft hat die „digitale Staatskunst“? Wie gewährleisten IT-Infrastrukturen und Sicherungssysteme unsere digitale Daseinsvorsorge? Wie gelingen Lehr- und Lernkonzepte im Bereich digitale Schule? Der zweitägige Fachkongress thematisierte die drei Zukunftsfragen in 18 Foren und brachte über 150 Referenten sowie rund 1.500 Gäste in Vorträgen und Podiumsdiskussionen zusammen.

Auf dem Podium „Architektur der Digitalisierung“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ (KI), Digitalrat und Datenethikkommission gemeinsam mit Frank Leidenberger, Chief Strategy Officer (CSO) der BWI, über die Rolle von KI für die öffentliche Verwaltung. Der Tenor: Digitalisierung und neue Technologien brauchen andere Arbeitsweisen und Möglichkeiten, Daten zu nutzen. Herausforderungen dabei seien, ethische Grundwerte einzuhalten sowie den rechtssicheren Umgang mit Daten zu bewahren. Frank Leidenberger sieht KI vor allem als Technologie, um Daten bestmöglich nutzbar zu machen. Für die BWI sei die operationelle Sicht treibend, also KI für die Umsetzung von IT-Projekten zu nutzen.

„Wir werden die Konsolidierung der Bundes-IT schaffen.“

Am zweiten Tag ging es in einem der 18 Fachforen um die Konsolidierung der Bundes-IT. Mit dabei: Rolf Krost, Gesamtprojektleiter IT-Konsolidierung im Bundesinnenministerium (BMI), Felix Zimmermann, Abteilungsleiter Zentralstelle für IT-Beschaffung (ZIB) im Beschaffungsamt des BMI, sowie unter anderem BWI-Geschäftsführer Frank Leidenberger. Seine zentrale Botschaft: „Wir werden die Konsolidierung der Bundes-IT schaffen.“ Die BWI habe bereits im HERKULES-Projekt die IT-Landschaft der Bundeswehr modernisiert und könne breit gefächerte Erfahrungen als Umsetzungspartner einbringen. Zudem betonte der CSO, dass sich die BWI als Innovationstreiber verstehe, um modernisierte Hardware, IT-Prozesse und ein zentrales IT-Management auf den Weg zu bringen.

BWI als Partner in der Fachausstellung

Über 70 Unternehmen luden zum Get-together in der Fachausstellung ein. Auch die BWI war als offizieller Themenpartner mit einem eigenen Stand vertreten. Neben Haupt- und Fachprogramm konnten Besucher an neuen Side-Events wie einem Projekt-Pitch des IT-Planungsrats oder der Nacht des Scheiterns, in der missglückte IT-Projekte der Verwaltung vorgestellt wurden, teilnehmen.

Der Fachkongress „Digitaler Staat“ ist seit über 20 Jahren eine Plattform für die öffentliche Verwaltung, sich über die aktuellen Themen der Digitalisierung und Verwaltungsarbeit zu informieren. Die Digitalministerin Dorothee Bär und der amtierende IT-Planungsratsvorsitzende Hans-Henning Lühr übernahmen für den Kongress 2019 die Schirmherrschaft. Veranstalter ist die Fachzeitung „Behörden Spiegel“.

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