Wehrbeauftragte Högl: Bundeswehr will zeitgemäße digitale Lösungen und vertraut auf BWI

© Deutscher Bundestag/Leon Kügeler/photothek

Bundeswehr, Bund

Es müsse in Material, Personal und Infrastruktur investiert werden, um die Bundeswehr bestmöglich aufzustellen und zu modernisieren, konstatiert die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Eva Högl, in ihrem Jahresbericht. Im Hinblick auf Modernisierung verweist der Bericht an vielen Stellen auf Digitalisierungsprojekte – und unterstreicht damit die Bedeutung der Digitalisierung für eine leistungs- und einsatzbereite Bundeswehr. In verschiedensten Bereichen, von Personalgewinnung bis hin zum Battle Management System, nutze die Bundeswehr bereits erfolgreich digitale Lösungen. Weiterentwicklungen und weitere Vorhaben seien geplant. Einige davon realisiert die Bundeswehr mit der BWI als ihrem Digitalisierungspartner. Auch wenn bei bestimmten Themen, beispielsweise bei der Frage nach der Einführung eines digitalen Impfpasses, zwar auf Basis der vorhandenen Software keine kurzfristige Lösung erzielt werden könne, nehme man die Beratung der BWI dazu in Anspruch. Das sei ein gutes Signal für das grundsätzliche Interesse der Bundeswehr an zeitgemäßen digitalen Lösungen und für das Vertrauen in die innovativen Fähigkeiten der BWI, so Högl.

 

Personalgewinnung, Kommunikation, Führungsfähigkeit – Digitalisierung der Bundeswehr nimmt zu

Getrieben von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie seien Digitalisierungsmaßnahmen in den vergangenen zwei Jahren schneller umgesetzt worden, heißt es im Bericht. Högl nennt in diesem Zusammenhang die Weiterentwicklung des Kommunikationscenters als zentrale Ansprechstelle für Interessierte und Bewerber*innen. Mit dieser vollständig digitalisierten und zentralisierten Lösung im Netzwerk der Bundeswehr, die die BWI entwickelt hat, habe die Erreichbarkeit der Karriereberatungsorganisation verbessert werden können. Sie ermögliche es zudem, qualifizierte Auskünfte zum Bearbeitungsstand einer Bewerbung zu geben.

Als „gelungenen Beitrag zur politischen Bildung“ bezeichnet Högl die neue Nachrichten-App Bw-Newsradar, die in Zusammenarbeit von Bundeswehr, BAAINBw, BWI und Cyber Innovation Hub (CIHBw) in nur drei Monaten entwickelt wurde.

Die papierlose und unbürokratische Beantragung von Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG) ermögliche Reservistendienstleistenden die 2021 eingeführte App USG-Online. Den Prozess rund um den Unterhaltsausgleich hat die BWI gemeinsam mit dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr vollständig digitalisiert und in die App überführt. Die geplante Weiterentwicklung der App verspreche einen „beachtlichen Beitrag zum Bürokratieabbau in der Bundeswehr“, heißt es im Bericht.

Allgemein werde die Bundeswehr bei ihren Führungsmitteln moderner und nutze zunehmend digitale Kommunikationswege. Ein gutes Beispiel sei der BwMessenger. Die sichere Chat-Lösung hatte die BWI für die Bundeswehr entwickelt und 2020 eingeführt.

 

Digitale Lösungen auf dem Gefechtsfeld

Auch im Einsatz und auf dem Gefechtsfeld setzt die Bundeswehr auf digitale Lösungen. Högl hebt hier das Battle Management System (BMS) als streitkräftegemeinsame Technologie zur Digitalisierung landbasierter Operationen und als „Pfeiler der Führungsfähigkeit für den Auftrag der NATO-Response Force 2022 bis 2024“ hervor. Es soll die vernetzte Gefechtsführung auf nationaler und Bündnisebene ermöglichen und dafür sorgen, dass die Bundeswehr Informationen in Einsätzen interoperabel und bruchfrei zwischen Gefechtsständen, Einheiten und Verbündeten austauschen kann. Die BWI unterstützt mit dem Aufbau der notwendigen IT-Infrastruktur, um das BMS auf Gefechtsständen und Fahrzeugen bereitzustellen und unterstützt beim Rollout der Software. Besonders Interoperabilität sei eine wichtige Herausforderung bei internationalen Übungen und Einsätzen, so Högl. So solle in Zukunft eine konsequente IT-Standardisierung und die Entwicklung zusammenarbeitsfähiger IT-Systeme die noch bestehenden Defizite beheben.

Beim Thema Gesundheitsversorgung spricht Högl die Video-Sprechstunde im Sanitätsdienst an, die der Fachbereich Orthopädie und Unfallchirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin erprobt hat. Das Online-Angebot ist ein vom CIHBw initiiertes Innovationsvorhaben, das nun verstetigt werden soll. Högl sieht dies als positives Zeichen für einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung der Gesundheitsversorgung.

Die Beispiele zeigen: Wenn es um Digitalisierung geht, steht die BWI als starker Partner an der Seite der Bundeswehr. Ob in zivilen oder militärischen Bereichen der Bundeswehr – nur mit leistungsfähiger und innovativer IT kann das volle Potenzial der Digitalisierung ausgeschöpft werden.

Das könnte Sie auch interessieren: