Projekt „VJTF(L)2023“: Nutzerausbildung und Rollout von Hard- und Software gestartet

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Bundeswehr, Digitalisierung

Mit dem Battle Management System (BMS) soll die vernetzte Gefechtsführung auf nationaler und Bündnisebene möglich werden. Es soll dafür sorgen, dass die Bundeswehr Informationen in Einsätzen interoperabel und bruchfrei zwischen Gefechtsständen, Einheiten und Verbündeten austauschen kann. Als streitkräftegemeinsame Technologie ist es damit Bestandteil der „Digitalisierung landbasierter Operationen“ (D-LBO) der deutschen Streitkräfte.

Bei Einführung und Betrieb des neuen BMS arbeiten Bundeswehr und BWI eng zusammen: Die BWI unterstützt mit dem Aufbau der notwendigen IT-Infrastruktur, um das BMS auf Gefechtsständen und Fahrzeugen bereitzustellen und unterstützt beim Rollout der Software samt der notwendigen Dienste. Die taktische Hardware und die erforderliche Software für das BMS stellt die Bundeswehr zur Verfügung. Zudem entwickelt die BWI mit dem Kommando Heer und dem Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr ein gemeinsames, kooperatives Betriebsmodell und unterstützt bei Ausbildung und Training von Soldat*innen.

 

Ausbildungsbeginn und vorgezogener Rollout

Dezember letzten Jahres startete der erste gemeinsame Lehrgang von Bundeswehr und BWI. Zehn Soldat*innen der VJTF aus verschiedenen Bereichen des Heeres wurden im neuen IT-Trainingscenter an der Gloucester School vier Tage als Nutzerbetreuer für die neue Lagedarstellungssoftware SitaWare Frontline ausgebildet. Anfang Januar startete der zweite Lehrgang an der ehemaligen britischen Schule im niedersächsischen Bergen-Lohheide. Weitere Schulungen sind für April und Mai geplant.

Schon seit Frühjahr letzten Jahres arbeiten die Projektteams des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und der BWI daran, den Soldat*innen einen ersten Eindruck der eingesetzten Hardware und des darauf aufgebrachten BMS zu ermöglichen. Hierfür wurde ein prototypisches Release des Client Images entwickelt und erfolgreich mit Endnutzer*innen des Panzerpionierbataillons 701, das Teil der VJTF sein wird, an verschiedenen Fahrzeugtypen und Systemen getestet. Nun wird es zu Ausbildungs- und Übungszwecken deutschlandweit auf militärischen Laptops und Tablets ausgerollt.

 

Prüfung auf Einsatztauglichkeit

Seit Januar testet die Bundeswehr zudem die Einsatztauglichkeit des Battle Management Systems und der Führungsinformationssysteme unter realen Einsatzbedingungen auf dem Truppenübungsplatz Munster. Im Zuge dieser operationellen Tests werden durchgängige Informationsverbünde über die verschiedenen Kommandoebenen, Gefechtsstände und Gefechtsfahrzeuge hinweg erprobt. Die BWI hat hierzu weiterentwickelte Prototypen der Installationsimages für Gefechtsstände und -fahrzeuge geliefert und die IT-Administratoren der Bundeswehr in die Nutzung eingewiesen. Darüber hinaus ist ein Test der kooperativen Betriebsprozesse vorgesehen.

 

Über die VJTF

Die Very High Readiness Joint Task Force ist Teil der NATO Response Force. Insgesamt werden dem Verband etwa 5.000 Soldat*innen, teilweise auch aus anderen Nationen, angehören. Deutschland wird 2023 wieder die Führung der VJTF als Rahmennation übernehmen und das Battle Management System zur Verfügung stellen, das den Datenaustausch zwischen den NATO-Partnern ermöglicht.
 

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