IT-Modernisierung: Internationales Interesse an HERKULES

Unternehmen

Von besonderem Interesse für beide Delegationen war die Organisation des HERKULES-Projekts als öffentlich-private Partnerschaft zwischen Bundeswehr und den Unternehmen Siemens und IBM. Die BWI-Geschäftsleitung informierte ausführlich über die Entstehung und das Geschäftsmodell des Leistungsverbunds.

Ein Schwerpunkt der Gespräche lag zudem auf der Personalstruktur der BWI. Beeindruckt zeigten sich die Besucher davon, wie BWI-eigene, gestellte Mitarbeiter der Bundeswehr und Soldaten in den verschiedenen Abteilungen zusammenarbeiten. „Für mich ist die Kooperation von Bundeswehr und Industrie in diesem Unternehmen ein großartiges Modell“, sagte das tschechische Delegationsmitglied Petr Jirasek. „Es wäre gut, wenn sich die tschechische Politik und das Verteidigungsministerium es sich einmal genauer ansehen würden.“

 

Anregungen für eigene IT-Lösungen 


Nach Impulsen, wie die IT-Infrastruktur ihrer Streitkräfte und Ministerien künftig effizienter gestaltet werden kann, suchte insbesondere die Delegation von führenden IT-Fachleuten des kanadischen Verteidigungsministeriums. Dazu besuchte sie unter anderem das Monitor- und Control-Center (MCC) der BWI auf der Bonner Hardthöhe. Ihm kommt eine wichtige Aufgabe zu, denn seine Mitarbeiter überwachen zentral den Betrieb der Rechenzentren und steuern Großrechenanlagen, Server und Peripheriegeräte.

Im Servicecenter Bonn – eines von 24, das die BWI flächendeckend im gesamten Bundesgebiet unterhält – erfuhr die Delegation zudem, wie die BWI ihre Dienstleistungen vor Ort organisiert hat. Mit Erfolg: „Wir haben neue Anregungen erhalten“, erklärte Kevin Radford, Chief of Staff Information Management Group Department of National Defence und Leiter der kanadischen Delegation. „Viele von ihnen wollen wir nun auch direkt bei uns prüfen.“

 

Kooperation findet große Beachtung

Um das Zusammenspiel zwischen Bundeswehr und BWI in der Praxis ging es beim Besuch der tschechischen Delegation im Betriebskompetenzzentrum (BKZ) in Rheinbach, dort stellt der BWI Leistungsverbund eine enge Zusammenarbeit mit den Dienststellen der Bundeswehr sicher.

Deutlich wurde dies im Netzkontrollzentrum, dem Herzstück des BKZ. In ihm überwachen im Schichtdienst Soldaten und BWI-Mitarbeiter rund um die Uhr die Netze der Bundeswehr. Hier bekamen die tschechischen Gäste einen Einblick in die Struktur und die Sicherheit neuen Weitverkehrnetzes, die Schnittstellen zwischen militärischer und nicht-militärischer IT sowie die Service-Prozesse bei Störfällen.

Zum Abschluss der Besuche zeigte sich BWI-Geschäftsführer Ewald Glaß überzeugt, den Delegationen ein realistisches Bild des Leistungsverbunds präsentiert zu haben: „Dabei ist klar geworden, dass einige unserer Lösungen auch in anderen Ländern funktionieren können, jedes Land aber seinen eigenen Weg zur Modernisierung der Informations- und Kommunikationstechnik finden muss.“

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