Green IT in Köln-Wahn

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Den Serverbedarf für die Datenverarbeitung der Bundeswehr decken drei Rechenzentren in Bonn, Wilhelmshaven und Strausberg ab. Hinzu kommt die Bonner Außenstelle auf dem Gelände der Luftwaffenkaserne in Köln-Wahn. Die BWI baut die Rechenzentren um, tauscht Hardware aus und virtualisiert Hard- und Softwareleistungen. Mit der Virtualisierung werden Server-Ressourcen besser genutzt und sind zudem flexibler und verlässlicher: Ausfallsicherheit, Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz steigen. Allein im Rechenzentrum Köln-Wahn hat die BWI mit dieser Methode den Stromverbrauch der Server um 90 Prozent gesenkt.

Weiteres, erhebliches Einsparpotenzial bietet die Kühltechnik. Heutzutage gehen etwa 50 Prozent des Stromverbrauchs in Rechenzentren auf das Konto der Kühlaggregate. Auch in Köln-Wahn benötigt die vorhandene Klimatechnik zu viel Energie und ist zudem störanfällig. Auch kann die 1990 errichtete Anlage die Kühlleistung, die die neuen, modernen Server und Netzwerkkomponenten erfordern, nicht mehr erbringen. Daher entschieden sich Bundeswehr und BWI, die gesamte Klimatechnik in Köln-Wahn zu erneuern.

Das neue Kühlsystem, das im kommenden Jahr in Betrieb geht, wird die Kälteleistung in Köln-Wahn mehr als verdoppeln. In Kombination mit baulichen Maßnahmen – zum Beispiel die Trennung von kalter Zuluft und warmer Abluft – senkt die neue Klimatechnik den Energieaufwand für die Kühlung um zirka 75 Prozent. Neue Prozesstools bringen zusätzliche Einsparungen. Diese helfen Leistungsspitzen zu vermeiden, indem sie freie Ressourcen dynamisch zuweisen und so die Systeme besser auslasten.

Mit der Fertigstellung der neuen Klimatechnik endet das Engagement für Green IT nicht. Im nächsten Schritt widmet sich die BWI dem Wärmemanagement, mit dem der Energieverbrauch einzelner Systeme aufgedeckt und ausbalanciert werden soll. Zudem stellt die BWI die Weichen, um Energiekreisläufe zu schließen. So könnte beispielsweise die Abluft der Server zum Beheizen der Büroflächen im Rechenzentrum genutzt werden.

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