Generalleutnant Michael Vetter im Vodcast Digitalland: „Wer nicht digitalisiert, verliert“

©Bundeswehr/Simon Otte

Digitalisierung, Unternehmen

Wie im zivilen Leben läuft auch in der Bundeswehr nichts mehr ohne IT. Der Drehort der neuen Folge Digitalland bringt das auf den Punkt: eine Transportmaschine A400M auf dem Fliegerhorst Wunstorf, die ohne digitale Technologien gar nicht abheben könnte. Das gilt vor allem aber im Einsatz, wie Generalleutnant Michael Vetter gegenüber Gastgeber Martin Kaloudis deutlich macht: „Moderne Streitkräfte können nur noch vernetzt zum Einsatz kommen. Die Luftwaffe muss mit den Landstreitkräften und den Seestreitkräften zusammenwirken können, und auch die Cyberkräfte müssen ihre Effekte entfalten. Das Ganze muss vernetzt werden, und das erfordert digitale Lösungen. Man kann es auf den ganz einfachen Satz bringen: Wer nicht digitalisiert, verliert.“

Im Gespräch über die veränderte sicherheitspolitische Lage angesichts des Krieges in der Ukraine betont Generalleutnant Vetter: „Cybersicherheit ist ein Dauerthema und eine Daueraufgabe. Die Bundeswehr baut entsprechende Fähigkeiten auf, um Deutschland auch im Cyber- und Informationsraum verteidigen zu können.“ Bereits 2014 haben die NATO, Deutschland und die Bundeswehr den Cyberraum als Dimension der Operationsführung erkannt. Dabei fordern Angriffe aus dem Cyberraum auf Kritische Infrastrukturen und andere hybride Bedrohungen demokratische Staaten besonders heraus, stellt Generalleutnant Vetter fest: „Sie stellen unser klassisches Verständnis von Frieden, Krise und Krieg, von innerer und äußerer Sicherheit auf die Probe.“

IT-Lösungen anders beschaffen als Panzer

„IT und digitale Technologien sind ein integraler Bestandteil der Modernisierung der Bundeswehr“, sagt CEO Martin Kaloudis. Die BWI GmbH als IT-Systemhaus der Bundeswehr treibt diese mit voran, in nahezu allen Bereichen. Ziel ist es dabei auch, die Effektivität und die Verteidigungsfähigkeit der Streitkräfte zu erhöhen. Um hier schneller und agiler zu werden, müsse IT anders beschafft werden als Panzer, Flugzeuge und Schiffe, so Generalleutnant Vetter. Der Weg führe weg von proprietären Lösungen. „Wir wollen IT-Services deutlich stärker standardisieren und damit skalierbar machen.“ Die Gründung der BWI GmbH vor 15 Jahren sei ein wichtiges Beispiel für die gelungene IT-Konsolidierung und das Ergebnis zahle sich aus: „Im Bereich administrative IT ist die Bundeswehr auf einem sehr modernen Stand.“

Generalleutnant Michael Vetter und BWI-CEO Martin Kaloudis kennen sich auch aus dem Digitalrat des Bundesverteidigungsministeriums, dem Kaloudis als Vertreter der Wirtschaft angehört. Seinen Gast stellt er als „Chefdigitalisierer der größten deutschen Organisationseinheit mit rund 250.000 Soldatinnen und Soldaten, Zivilangestellten, Beamtinnen und Beamtinnen“ vor. Ihm sei es besonders wichtig, eine Digitalkultur in der Bundeswehr zu verankern, betont Generalleutnant Vetter, damit die technischen Lösungen auch optimal genutzt werden: „Digitalisierung ist nicht nur für Nerds, sondern muss bei jedem Mitarbeitenden in der Organisation ankommen. Gegen die Menschen werden Sie Digitalisierung nicht durchsetzen.“

Die aktuelle Folge des Vodcasts Digitalland ist heute auf YouTube im Kanal der BWI erschienen.

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