Der Wehrbeauftragte bei der BWI: Bundeswehr ändert sich, Aufgaben bleiben

Unternehmen, Bundeswehr

Hellmut Königshaus nutzte seinen Besuch bei der BWI in Meckenheim, um sich von der Geschäftsführung des Leistungsverbundes über das Projekt HERKULES informieren zu lassen. Nach dieser Gesprächsrunde im kleinen Kreis, fand im Anschluss eine öffentliche Veranstaltung im Konferenzbereich der BWI statt. Peter Blaschke, Vorsitzender der Geschäftsführung der BWI Informationstechnik GmbH, begrüßte zum Auftakt der Veranstaltung die Gäste aus Bundeswehr, – darunter der Vizepräsident des IT-AmtsBw, Brigadegeneral Klaus Veit, – den Bürgermeister und Vertreter des Meckenheimer Stadtrats sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger und Mitarbeiter der BWI. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der BWI IT stellte in einer kurzen Einführung die Arbeit des BWI Leistungsverbunds und das HERKULES-Projekt vor. Hellmut Königshaus gab in seinen Ausführungen einen Ausblick auf die künftige Rolle des Wehrbeauftragten. Für Königshaus, seit etwas über einem Jahr im Amt, werden sich seine Aufgaben mit der Neuausrichtung der Bundeswehr kaum wandeln. Er bleibe vor allem Anwalt der Soldaten und Hilfsorgan des Bundestags für die parlamentarische Kontrolle der Streitkräfte. „Daran hat auch die Aussetzung der Wehrpflicht nichts geändert. Denn rein zahlenmäßig hat ihre Bedeutung in der Bundeswehr schon seit einigen Jahren abgenommen“, sagte der Wehrbeauftragte.

 

Internationale Einsätze erweitern Rolle des Wehrbeauftragten

Angesichts der internationalen Einsätze der Bundeswehr sieht Königshaus seine Rolle sogar noch erweitert: „Unsere Soldatinnen und Soldaten müssen mit Blick auf ihre Sicherheit eine unzureichende Ausbildung und mangelnde Ausrüstung nicht hinnehmen. Sie haben das Grundrecht, mit bester Vorbereitung und Gerät ihren Dienst in Einsatzgebieten wie Afghanistan zu versehen,“ so der Wehrbeauftragte. Bezüglich der Auslandseinsätze werde zudem die Vereinbarkeit von Familie und Dienst immer wichtiger. Königshaus forderte deshalb, dass die Bundeswehr eine ausreichende und moderne Kommunikation der Soldaten zu ihren Familien zuhause sicherstellt.

 

Familienfreundlichkeit immer wichtiger

Auch im Inland gewinne dieses Thema an Bedeutung. „70 Prozent der Soldaten pendeln am Wochenende zu ihren Familien und müssen häufig ihren Dienstsitz wechseln. Dies stellt eine enorme Belastung für die Betroffenen dar“, ist Königshaus überzeugt. Der Wehrbeauftragte plädierte dafür, im Rahmen der Bundeswehrreform über die regionale Verteilung der Verbände nachzudenken, die oftmals über das gesamte Bundesgebiet verstreut seien. Dabei solle weniger die regionale Strukturpolitik, als die Familienfreundlichkeit im Mittelpunkt stehen. Königshaus: „Ziel muss sein, dass Bundeswehrangehörige weniger umziehen, ihre Kinder nicht so häufig die Schule und ihre Partner seltener den Arbeitsplatz wechseln müssen.“

 

Bundeswehr muss für Nachwuchs attraktiver werden

Eine große Herausforderung sieht der Wehrbeauftragte darin, in Zukunft Freiwillige für den Dienst bei den Streitkräften zu gewinnen. Die Bundeswehr trete bei stetig sinkenden Zahlen von potentiellen Bewerbern zunehmend in Konkurrenz zur Industrie. Sie müsse den Jugendlichen deshalb attraktive Angebote machen. „Dazu gehört mit Sicherheit ein anständiges Gehalt. Das Argument, es sei eine Ehre, seinem Land zu dienen, ist allein nicht ausreichend. Auch veraltetes Gerät, das häufiger in der Werkstatt steht als bei der Truppe, ist für Jugendliche wenig attraktiv.“ Für Königshaus ist vor diesem Hintergrund klar: „Die Strukturreform kann nicht als Einsparprogramm herhalten. Die Bundeswehr braucht in den kommenden Jahren eher mehr Geld und nicht weniger.“

 

 

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