Der Vor-Ort-Service der BWI – der Einsatz am Gipfel

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342 Höhenmeter trennen Albert Schmöller an diesem verschneiten Februartag von seinem Arbeitsort, der Bundeswehr-Radarstation auf dem Großen Arber. Die Zufahrtsstraßen sind zu dieser Jahreszeit häufig gesperrt. So bleibt dem Mitarbeiter des BWI-Servicecenters Bogen nur die Seilbahn, um den Gipfel des höchsten niederbayerischen Berges zu erreichen. Vom Großen Arber aus überwacht die Bundeswehr den Luftraum in Richtung Osten. Die Kommunikationsnetze der Radarstation sind mit den Führungseinheiten der Bundeswehr und der Deutschen Flugsicherung verbunden. Als IT-Dienstleister der Bundeswehr ist die BWI hier dafür verantwortlich, dass 20 Arbeitsplatzcomputer (APC) und die TK-Anlage für rund 100 Teilnehmer funktionieren. Da die Radarstation wichtige Aufgaben erfüllt, müssen die Anlagen jederzeit funktionieren. Das bedeutet für die Mitarbeiter im Vor-Ort-Service: Im Fall der Fälle lassen sie den Dienstwagen stehen und machen sich per Gondel auf den Weg zum Kunden in rund 1.450 Metern Höhe.

Albert Schmöller ist einer von rund 1.000 Mitarbeitern, die in den 25 Servicecentern der BWI arbeiten. Der 56-Jährige und seine Kollegen haben die Aufgabe, für einen reibungslosen IT-Betrieb in den Bundeswehr-Liegenschaften zu sorgen. Steht ein Umzug innerhalb eines Standortes oder die Erneuerung von Geräten an, sind sie zur Stelle. Vor allem aber kümmern sie sich um Störungen, die sich nicht per Fernwartung beheben lassen, und das schnell. Kurze Reaktions- und Entstörzeiten, die in den Service Level Agreements genau definiert wurden, zählen zum Kern des BWI-Betreuungskonzepts, denn die Zuverlässigkeit ihrer Informations- und Kommunikationstechnik ist ein wichtiges Anliegen der Bundeswehr. Da den Servicecentern hier eine Schlüsselrolle zukommt, wurden sie unmittelbar nach Beginn des Projekts HERKULES Ende 2006 aufgebaut und waren alle bereits nach zwölf Monaten in Betrieb.

Außerhalb der Skisaison fährt die Seilbahn des Großen Arber nur zweimal am Tag und bringt die Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Radarstation zur Früh- und zur Spätschicht. „Sonderfahrten werden auch für uns nicht gemacht“, erklärt Albert Schmöller. Aus eigener Erfahrung weiß er: Wer früher ins Tal will, dem bleibt nur der abenteuerliche Abstieg zu Fuß. „Morgens war ich mit der Gondel hochgefahren, um eine Störung zu beseitigen. Um nicht den gesamten Tag auf dem Gipfel zu verbringen, habe ich mich zu Fuß auf den Rückweg gemacht.“ Dank guter Ortskenntnisse konnten ihn dabei selbst dichter Nebel und Schneetreiben nicht von seinem Weg abbringen. Seine Einsätze in luftiger Höhe danken ihm nicht nur die Mitarbeiter der Radarstation. Bei gutem Wetter wird Albert Schmöller auch mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es fast schon ein wenig bedauerlich wie gut die BWI ihre Arbeit gemacht hat: Die Anlagen sind auf dem gewünschten modernen Stand und weitgehend störungsfrei. Kleinere Störungen werden häufig gemeinsam mit dem Bundeswehr-Personal per Fernwartung behoben, so dass die Dienste des Vor-Ort-Services nur selten gefragt sind.

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