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Videokonferenzsysteme: Stärkung der virtuellen Zusammenarbeit 

Redaktion BWI

Karriere

Selten zuvor wurden so viele Videokonferenzen abgehalten wie im letzten Jahr. Das brachte auch Philipp Langers Team neue Aufträge: Allein das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) bestellte im Zuge der Pandemie rund 260 weitere Videokonferenzanlagen, um in bester Qualität große Besprechungen abhalten zu können – ohne, dass alle an einem Tisch sitzen.

Philipp Langer ist ausgebildeter Fachberater für integrierte Systeme bei der BWI und arbeitet im Bereich Phone & Video Devices als Teamleiter für den Bereich Video. Er und sein Team sorgen dafür, dass die Bundeswehr, das BMVg und die BWI jederzeit störungsfrei telefonieren und Videokonferenzen abhalten können.

Bekommt eine Bundeswehrdienststelle eine neue Videoanlage, baut zunächst der Fieldservice diese auf. Langer und seine Mitarbeiter*innen nehmen die Anlage dann remote in Betrieb und konfigurieren sie – und kümmern sich anschließend um Störungen, Updates und sonstige Änderungen im Rahmen der Service-Lifecycle-Prozesse. Eines der größten Projekte im Team ist die Vereinheitlichung der Videolandschaft beim Kunden. Konkret geht es um den Austausch und Aufbau von 470 einheitlichen Videokonferenzanlagen bei der Bundeswehr.

Probleme mit Videotelefonie werden schnell gelöst

Anders als bei herkömmlichen PC- oder laptopgebundenen Programmen zur Videotelefonie sind die professionellen Geräte deutlich umfangreicher: So sorgen zum Beispiel mehrere Kameras dafür, dass bei größeren Gruppen auch immer der Sprecher im Bild ist. Mithilfe mehrerer Monitore können auch über Standorte hinweg Präsentationen gehalten oder Dokumente geteilt werden. Auf die Konferenzräume zugeschnittene Lösungen, wie wahlweise Deckenmikrofone oder zusätzliche Bildschirme in verschiedenen Größen, ermöglichen es, dass auch lange Meetings mit guter Bild- und Sprach-Qualität abgehalten werden können.

„Die von uns betreuten Systeme laufen im eigenen Netz der Bundeswehr oder des BMVg. Die Teilnehmenden können so problemlos bis zum Geheimhaltungsgrad VS-NfD kommunizieren“, erklärt Langer. Aufgabe des Teams ist dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Störungen auftreten und – falls dies doch der Fall ist – diese schnellstmöglich gelöst werden. Die Entstörung wird komplexer, wenn fremde Komponenten mit im Spiel sind. „Tritt ein Fehler zum Beispiel in Zusammenhang mit einer Konferenzbrücke in der Hoheit der Bundeswehr auf, sind wir bei der Analyse eingeschränkt und auf die Mitarbeit der Verantwortlichen angewiesen“, so Langer.

Drohende Ausfälle der Phone- oder Video-Infrastruktur meldet das automatische Monitoring-System, das ein anderes Team rund um die Uhr überwacht. Störungen werden so bereits behoben, bevor die Anwender etwas davon bemerken. Kundenkontakt gibt es vor allem dann, wenn einzelne Geräte nicht reibungslos laufen. „Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es von Usern vermehrt Anfragen zur Telefonie“, erzählt Langer. „Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bundeswehr zogen ins Homeoffice um. Da gab es beispielsweise Probleme mit den Weiterleitungen zum heimischen Telefon, was wir aber schnell beheben konnten.“

Die Anzahl der täglichen Meldungen ist situationsabhängig und kann für die ganze Abteilung Phone & Video Devices auch im niedrigen dreistelligen Bereich liegen - das klingt viel, ist aber verhältnismäßig wenig, immerhin werden etwa 228.000 Telefon-Endgeräte und 700 Videoanlagen bei der Bundeswehr und im BMVg betrieben. Unter Störungsmeldungen fallen auch schlichte Fragen nach PIN-Resets für das persönliche Telefonbuch oder Rückfragen, wie die Videotelefonie genau funktioniert. „Den persönlichen Kontakt mit unseren Kunden und Kundinnen schätze ich sehr. Die meisten sind sehr nett und dankbar, dass man ihnen so schnell helfen konnte“, sagt Langer.

"Die Teilnehmenden können problemlos bis zum Geheimhaltungsgrad VS-NfD kommunizieren."

Philipp Langer, Senior System Engineer

„Jeder steht für den anderen ein“

Als Teamleiter ist Langer inzwischen vor allem mit organisatorischen Aufgaben betraut und hat weniger Kundenkontakt. „Das ist einerseits schade, aber ich bekomme so sehr viele Einblicke in andere Themen, arbeite eng mit anderen Abteilungen zusammen und genieße meine Arbeit jeden Tag – was nicht zuletzt an meinem tollen Team liegt.“ Das arbeitet Hand in Hand und steht gemeinsam hinter einem Ziel: Kunden eine reibungslose technische Kommunikation zu ermöglichen.

Philipp Langer ist 29 Jahre alt und bereits seit drei Jahren Teamleiter bei der BWI. „Mir macht die Arbeit Spaß, die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen klappt super und jeder steht für den anderen ein. Das ist für mich das Wichtigste“, sagt Langer. „Ich hätte nichts dagegen, den nächsten Karriereschritt zu machen und zum Beispiel auch eine disziplinarische Führungsrolle zu übernehmen – allerdings nicht um jeden Preis.“ Seine Abteilung oder die BWI zu verlassen, kommt für ihn zurzeit nicht in Frage – er schätzt sein tolles Team, den sicheren Arbeitsplatz und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Oder um es mit den Worten von Langers Vater zu sagen: „Wenn Du die BWI verlassen würdest, wärst Du blöd.“ Das sieht Langer auch so.

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