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Sicher und souverän: Die Kollaboration der Zukunft bei der Bundeswehr

Redaktion BWI

Bundeswehr, Digitalisierung

Der Kollegin schnell im Chat schreiben, mit dem Kollegen unkompliziert Dateien teilen und das Teammeeting online halten – per Screensharing versteht sich. Was für die meisten Arbeitnehmer*innen spätestens seit dem Homeoffice zu Lockdown-Zeiten selbstverständlich ist, ist bei der Bundeswehr bis vor Kurzem noch gar nicht so einfach gewesen. Denn Kollaborationstools wie Teams, Zoom oder Slack können aus Sicherheitsgründen nicht ohne Weiteres implementiert werden.

Unter dem Motto „Einfach. Zusammen. Arbeiten.“ hat die BWI als IT-Systemhaus der Bundeswehr deshalb „Groupware Bw“ realisiert – eine Kollaborationsplattform, eigens für die Bundeswehr entwickelt. Sie modernisiert und erweitert existierende Anwendungen, bündelt sie und schafft so nach und nach eine einheitliche Prozesslandschaft für die rund 190.000 Angehörigen der Bundeswehr und des Bundesverteidigungsministeriums (BMVg).

Mit der Einführung von Groupware Bw stellt die Bundeswehr ihre digitale Zusammenarbeit völlig neu auf. Wo vormals zahlreiche Tools und unterschiedliche Prozesse zur Herausforderung wurden, steht nun eine zentrale Plattform – mit dem Potenzial, Arbeits- und Verwaltungsabläufe innerhalb der Bundeswehr effizienter zu gestalten. Damit vereinfacht Groupware Bw als wichtiger Baustein für die Zusammenarbeit der Zukunft die Kollaboration in der Bundeswehr.

Sicherer Messenger für die Bundeswehr

Und auch bei der Kommunikation beschreitet die Bundeswehr neue, digitale Wege: Manchmal ist es komfortabler, Themen über den kurzen Dienstweg per Smartphone abzustimmen. Lange Zeit war das den Soldat*innen aber nicht möglich. Die Messenger-Dienste der Marktführer stellten – ähnlich den Kollaborationstools – ein zu hohes Sicherheitsrisiko dar.

Um diese Lücke zu schließen, hat die BWI den BwMessenger entwickelt. Die sichere Chat-Lösung basiert auf dem Open-Source-Protokollstandrad Matrix und erfüllt alle relevanten Vorgaben und Sicherheitsvorschriften. Sie wird auf der BWI-eigenen IT-Infrastruktur betrieben und ist somit vollkommen souverän.

Der Messenger läuft auf dienstlichen Computern, Smartphones oder Tablets, lässt sich aber auch auf privaten Android- und iOS-Geräten nutzen. Großen Mehrwert für die Nutzer*innen bietet die Option, neben Text-, Bild- und Sprachnachrichten auf ausgewählten Endgeräten auch Inhalte der Klassifizierung „Verschlusssachen – nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) über dafür freigegebene dienstliche Endgeräte zu versenden.

 

„Neben den Vorteilen, die uns der BwMessenger unter anderem in puncto Sicherheit, Skalierbarkeit und Entwicklung bietet, leistet er auch einen Beitrag zur digitalen Souveränität der Bundeswehr.“

Martin Berghofer, Projektleiter BwMessenger, BWI GmbH

Vernetzte Gesundheitsversorgung

Digitale, schnelle Kommunikation ist ein grundlegender Erfolgsfaktor für gute Kollaboration. Ebenso relevant ist aber auch das reibungslose Zusammenspiel verschiedener Bereiche und Prozesse. Die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr (GesVersBw) zum Beispiel steht vor der Herausforderung, viele IT-Insellösungen effektiv zusammenzubringen. Diese wurden in der Vergangenheit oftmals nur mit Blick auf einzelne Prozesse umgesetzt. Heute wird das zur Hürde, beispielsweise im übergreifenden Terminmanagement. Während die Bundeswehrkrankenhäuser in vielen Abteilungen mit modernen Online-Tools arbeiten, tragen die meisten regionale Sanitätseinrichtungen ihre Termine noch händisch in Kalenderbücher ein. Termine medienbruchfrei weiterleiten oder vereinbaren ist so also nicht möglich.

Zusammen mit dem Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr (Kdo SanDstBw) und dem Bundesamt für Ausrüstung, Infrastruktur und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) arbeitet die BWI daran, die Insellösungen der Bundeswehr sukzessive aufzulösen. So entsteht aktuell das Health Information Management System (HIMS), das die Datendrehscheibe für alle kommenden Projekte bildet. Und auch die elektronische Gesundheitsakte wird wesentlich auf der zentralen Datenplattform aufbauen.

Seitdem die Architektur GesVersBw Ende 2020 initial erstellt wurde, verfolgt die BWI den Auftrag, die Architektur kontinuierlich zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. So werden zum Beispiel bis zu 7.000 mobile Endgeräte eingeführt, die die Arbeitsplätze modernisieren und das medizinische Personal flexibler machen. Außerdem sollen Sanitätsgeräte wie CT oder MRT vernetzt und die gewonnenen Untersuchungsdaten besser nutzbar gemacht werden. Das alles hat Auswirkungen auf die IT-Architektur weshalb die BWI die Schnittstellen bei der Integration umfassend betrachtet.

Diese Maßnahmen zeichnen ein klares Bild, wie die Zusammenarbeit im Sanitätsdienst der Zukunft aussehen wird: Hohe Verwaltungsaufwände werden reduziert, während Mitarbeitende sich vermehrt auf ihre medizinischen Kernaufgaben konzentrieren können. 

Souveräne IT made by BWI

Die Arbeitswelt – unabhängig ob Bundeswehrkrankenhaus, Behörde oder privates Unternehmen – wird zunehmend mobiler und dezentraler. Homeoffice und Mobile Devices sind längst zu Grundvoraussetzungen geworden. Zeit also, in die Jahre gekommene Infrastruktur, Anwendungen und Prozesse entsprechend anzupassen.

Als erfahrender Digitalisierungspartner unterstützt die BWI die Bundeswehr bei diesem Vorhaben und demonstriert, was unter höchsten Sicherheitsstandards fern ab von privaten Standardlösungen möglich ist.

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