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Neues IT-Servicemanagement-Framework für die Bundeswehr: zukunftsfähig und nachhaltig

Redaktion BWI

Digitalisierung, Bundeswehr

Bestellungen, Störungsmeldungen, Kommunikationsleistungen – all das sind Services, die mithilfe von IT-gestützten Prozessen abgerufen werden. Bei der Bundeswehr sind dafür mehr als 25 verschiedene IT-Provider zuständig. Jeder managt die Services, die er anbietet, selbständig auf einer eigenen Plattform mit teilweise unterschiedlichen Systemen. Für die Anwender*innen in der Bundeswehr ist das umständlich: Muss die IT-Koordinierung in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn eine Bestellung genehmigen, nutzt sie die Anwendung A. Geht es um die Zuordnung von Bürogeräten, zum Beispiel Druckern, wird in der Bestandspflege auf Anwendung B zugegriffen. Und wer eine IT-Störung meldet, geht wieder einen anderen Weg. Alle erfordern einen separaten Zugang, meist mit unterschiedlichen Logindaten.

Die Bundeswehr hat deshalb die BWI als ihren Digitalisierungspartner damit beauftragt, ihr IT-Servicemanagement (ITSM) zu harmonisieren. Kurz gesagt: Zukünftig sollen über eine zentrale Plattform alle IT-Services für die Bundeswehr schnell und zuverlässig verfügbar sein, unabhängig davon, welcher Serviceprovider sie erbringt. Lassen sich mehrere IT-Services künftig in einer Anwendung zusammenfassen, wird auch das angestrebt. Das Ergebnis: weniger Tools, ein einheitlicher Zugang und ein einfacherer Umgang für die Anwender*innen durch optimierte Prozesse.

Hochverfügbar von der Wachstube bis aufs Gefechtsfeld

Die BWI kümmert sich dabei in Zusammenarbeit mit dem ITSM-Anbieter USU Software AG um das gesamte Paket: Toollandschaft, technische Infrastruktur, nachhaltige Lösungen, Automatisierung, Prozesse, Servicelevel und Schnittstellen zu anderen Systemen. Über 200 Mitarbeiter*innen arbeiten bei der BWI an dem für ein Jahrzehnt angelegten Großauftrag. Bei dem Aufbau der neuen ITSM-Plattform sind einige Besonderheiten zu beachten, die in der Natur der Bundeswehr liegen. Diese hat hohe Anforderungen an die Sicherheit und die Interoperabilität des Systems: Die gesamte Kommunikation des ITSM muss verschlüsselt, für alle Geheimhaltungsstufen zugelassen und darüber hinaus kompatibel mit den Systemen aller Provider und externen Partner, zum Beispiel in der EU oder im NATO-Verbund, sein. Eine hohe Verfügbarkeit der IT-Services wird nicht nur im zentralen Infrastrukturbereich benötigt, also in Bürogebäuden, Wachstuben oder im Verteidigungsministerium, sondern der Bedarf reicht bis in den Einsatzort, zu einem Marineschiff auf See oder gar auf das Gefechtsfeld.

Sichere Services – hier und im Einsatz

Die geforderten Services muss die BWI innerhalb von 48 Stunden bereitstellen – an den Heimat-Liegenschaften der Bundeswehr, ebenso wie bei Verlegungen an Einsatzorte. Denn neben administrativen und logistischen Prozessen fußt auch die digitale Verteidigungsfähigkeit auf IT. Prozesse, die die Landes- und Bündnisverteidigung, Einsätze, Missionen und einsatzgleiche Verpflichtungen der Bundeswehr unterstützen, haben einen besonderen Stellenwert. Dazu muss das IT-Servicemanagement verlegefähig sein: Funktionen des ITSM können in Containern verpackt auf die Reise gehen. Damit ist die Bundeswehr in der Lage, den entsprechenden Service von überall abzurufen, auch bei Funkstille oder fehlender Satellitenverbindung, etwa in einem Lagezentrum vor Ort bei einer UN-Mission oder auf einer Fregatte auf dem Mittelmeer. Entsteht eine Unterbrechung des Datenaustauschs, wird die Anforderung des Service später auf der ITSM-Plattform synchronisiert und der Prozess läuft weiter.

Mit dem neuen IT-Servicemanagement-Framework gibt die BWI der Bundeswehr eine klare Lieferzusage für alle auf der Plattform vereinten IT-Services. Sie sorgt damit dafür, dass die Bundeswehr in allen Belangen, die durch IT-Services unterstützt werden, nachhaltig handlungsfähig bleibt – auch und gerade im Landes- und Bündnisverteidigungsfall.

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