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Mit agilen Sprints zur Cloud
 

Redaktion BWI

Karriere

Wenn Felix Schulz morgens seinen Rechner hochfährt, wirft er zunächst einen Blick auf alle Teilprojekte auf seinem Tisch. Haben sich Prioritäten verschoben? Läuft alles nach Plan? Er ist einer der Product Owner für die Cloud-Plattform der Bundeswehr. Das Ziel: Mittelfristig sollen alle IT-Lösungen der Streitkräfte cloudbasiert sein. Das klingt einfacher, als es ist: Die IT der Bundeswehr muss autark laufen und auch in Krisenzeiten jederzeit zuverlässig funktionieren – und darf nicht von den großen Anbietern am Markt abhängig sein. Deshalb plant und entwickelt die BWI eine eigene, cloudbasierte Infrastruktur für die IT-Systeme der Bundeswehr.

Am 1. Januar fiel der Startschuss für das Mammut-Projekt. Felix Schulz steuert sein agiles Projektteam und kümmert sich um Backlog Items – das heißt, er behält die Aufgaben seines Teams im Blick, die in absehbarer Zeit erledigt werden müssen. „Derzeit geht es in unserem Projekt erst mal darum, die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um die Cloud aufzubauen“, erklärt Schulz. Netzwerke, Rechenzentren, die komplette Hardware müssen vorbereitet werden. Das Team arbeitet agil und organisiert sich selbst. Die Aufgaben – Epics genannt – werden immer für etwa zwölf Wochen verteilt. In vierzehntägigen Sprints besprechen die Teams den Status-Quo und tauschen sich aus, ob sich die Priorisierung eventuell verändert hat.

Im Sprint zum gemeinsamen Ziel

„Meine Aufgabe ist es, sowohl dem Team als auch dem Management zu kommunizieren, was die nächsten und wichtigsten Arbeitsschritte sind – und das in der jeweils notwendigen technischen Tiefe“, sagt Schulz. Gibt es Ressourcenengpässe? Verzögerungen? Ist ein Thema wichtiger und eiliger geworden, damit ein anderes Team weiterarbeiten kann?

Schulz tauscht sich dafür eng mit Leiter*innen anderer Teilprojekte aus und formuliert die einzelnen Arbeitsaufträge so genau, dass Entwickler*innen und andere Teamkolleg*innen direkt starten können. „Ich arbeite als Führungskraft meinem Team zu und sorge dafür, dass alle ihre Arbeit bestmöglich erledigen können“, sagt Schulz. „Das ist auch das, was mir am meisten Spaß macht: Ich suche pragmatisch nach Lösungen und gebe jedem das Hintergrundwissen an die Hand, das er braucht, damit wir unser gemeinsames Ziel erreichen: eine sichere Cloudplattform für die Bundeswehr herstellen.“

„Alle in meinem Team geben ihr Bestes. Das schaffen sie aber nur, wenn sie die wesentlichen Informationen rund um ihre Aufgabe erhalten. Genau dafür bin ich zuständig.“

Felix Schulz, Lead Service Manager und Product Owner Cloud, BWI

Technologisch immer vorne

Seine Karriere startete der 36-jährige Fachinformatiker integrierte Systeme und Diplom-Wirtschaftsinformatiker mit einem Master in Business Administration bei einem Pharmaunternehmen. Zehn Jahre war er dort beschäftigt, davon zwei Jahre in Brüssel. Mit der Geburt seines ersten Kindes wechselte er zurück ins Rheinland zu einem IT-Dienstleister mit überwiegend mittelständischen Kunden.

Durch sein berufliches Netzwerk wurde er auf die BWI aufmerksam. Ein sicherer Arbeitsplatz, eine gute Work-Life-Balance und die Aussicht auf eine sinnhafte Tätigkeit veranlassten ihn zur Bewerbung. „In punkto Digitalisierung haben wir hier in Deutschland noch Aufholbedarf. Ich kann dazu beitragen, das Thema auch hier voranzubringen. Das ist eine riesige Herausforderung, die mir richtig viel Spaß macht.“ Ein weiterer Pluspunkt: Technologisch ist die BWI immer auf dem aktuellen Stand. Große Technologiefirmen wie VMWare, Microsoft, Dell und andere kooperieren auf Augenhöhe und beziehen ihre Ansprechpartner bei der BWI in Entscheidungen für die nächsten Releasezyklen mit ein.

Ein weiterer Punkt war ihm bei seiner Entscheidung für die BWI wichtig: eine agile Arbeitsweise. Zwar gibt es innerhalb der BWI auch eine Linienhierarchie, aber eben auch viele agile Projekte. „Für die Entwicklung der Cloud-Plattform für die Bundeswehr wäre eine klassische Wasserfallimplementierung nicht hilfreich. Dabei würde man alle Projektschritte vorab definieren und dann versuchen, die festgelegte Reihenfolge strikt einzuhalten. Mit der agilen Methode sind wir viel flexibler und schneller und können das komplexe Projekt garantiert gut abschließen.“

Zeit für die Familie

Moderne Arbeitsweisen, Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung und die Vereinbarung von Familie und Beruf sind für Felix Schulz die größten Benefits seines Jobs. Vor kurzem kam sein drittes Kind zur Welt, weshalb er die nächsten Monate erstmal in Teilzeit arbeiten wird. „Auch das ist möglich bei der BWI“, sagt Schulz. „Durch die Homeoffice-Regelung und wegfallende Fahrtzeiten hatte ich auch in den letzten Monaten schon viel Zeit für meine Kinder. Und ich kann ihnen eines Tages erzählen, worauf ich bei meiner Arbeit stolz bin: Nicht auf den Umsatz oder Gewinn, den der Kunde durch mich erzielt. Sondern darauf, dass ich die Digitalisierung unseres Landes vorantreibe.“
 

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