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Michael Jaroch: Mehr Zeit ist aufgetaucht!

Karriere

Herbststimmung am Niederrhein: Über dem Rossenrayer See nahe Kamp-Lintfort liegt eine dichte Nebeldecke. Im letzten Licht des Tages trifft sich hier eine Gruppe von zehn Menschen. Es ist nasskalt und schon fast dunkel, doch die Frauen und Männer sind gut gewappnet: Trockentauchanzug, Pressluftflasche, Atemregler und Unterwasserlampe helfen gegen die einstelligen Temperaturen und die Dunkelheit. Auch Michael Jaroch ist an diesem Abend mit dabei. Später wird er im Taucher-Logbuch die wichtigsten Parameter – Dauer, Tiefe und Druckbedingungen – des heutigen Tauchgangs festhalten.

Michael leitet ehrenamtlich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Vereins Taucher Kamp-Lintfort e. V. Es ist ihm wichtig, über Informationen auf der Website, Social-Media-Aktivitäten sowie Pressemitteilungen ein Verständnis dafür zu vermitteln, dass dieser Sport mit dem nötigen Ernst betrieben werden muss: „Jeder Tauchgang folgt einem vorher festgelegten Plan“, erklärt Michael. ‚Plan your dive, and dive your plan‘, so die Devise – halte dich an dein geplantes Vorhaben, denn ein aus Nachlässigkeit entstandener Tauchunfall könnte böse enden. „In diesem Bewusstsein bilden wir unsere rund 600 Mitglieder sehr sorgfältig aus – vor allem auch die jüngsten Mitglieder im Alter von 12 bis 14 Jahren – unter Tauchern gilt man ab diesem Alter als „erwachsen“, weil die Lunge dann vollständig ausgebildet ist“, erklärt er. „Haben sie ihre Prüfung zum Tauch-Buddy abgelegt, dürfen sie voller Stolz ihre Eltern oder andere Erwachsene auf Tauchgänge begleiten – und das zählt zu den schönsten Momenten im Vereinsleben“, schwärmt Michael.

Auch werktags Zeit für Ehrenamt und Familie

Ohne den intensiven Kontakt zu den Vereinsmitgliedern wäre sein Ehrenamt nicht durchführbar. Michael ist froh, dass er auch mal werktags nach Feierabend am 10 Kilometer von seiner Haustür entfernten See präsent sein kann.

Das war nicht immer so: Sechs Jahre lang – bis zur Corona-Pandemie – war der 57-Jährige ein Wochenendheimfahrer und pendelte wöchentlich zweimal die rund 500 Kilometer zwischen seinem Heimatort Moers und dem BWI-Standort Nürnberg. „Neben dem Ehrenamt ist mir unser Miteinander in der Familie sehr wichtig“, betont er, „doch bei dieser Entfernung blieb manches im wahrsten Wortsinn ‚auf der Strecke‘ und tat der Familie auf Dauer nicht gut.“ Nicht alle Entscheidungen könne man abends am Telefon treffen. Zwar sind die beiden Kinder längst ausgezogen und stehen auf eigenen Füßen, doch Michael unterstützt seine Frau Sabina – wo er kann – bei der Versorgung des 81-jährigen Schwiegervaters, der mit im Haus lebt. Auch Sabina ist berufstätig: Als selbstständige Tagesmutter betreut sie bis zu fünf Kinder vom Kleinkind- bis zum Grundschulalter.

Das neue Modell: Alternierende Telearbeit

Im März 2020 – mit Pandemieausbruch und den Corona-Schutzverordnungen – schickte die BWI etwa 80 Prozent der Belegschaft ins Homeoffice. So auch Michael und seine Kolleg*innen, die ihn intern kurz „Mike“ nennen. Das zwölfköpfige Team mit Wohnorten in München, Nürnberg, Ulm und Rheinbach ist im Rahmen der Serviceentwicklung im Bereich Netzwerke Bundeswehr und BWI für die Modellierung von Prozessen und serviceübergreifende Aufgaben verantwortlich.Als SharePoint-Site-Administrator erstellt Michael Seiten und migriert Inhalte.

Zurzeit arbeitet Michael Jaroch aufgrund der pandemiebedingt abermals verlängerten Homeoffice-Pflicht (Stand: November 2021) ausschließlich von zu Hause. Seit Mai 2021 enthält Michaels Arbeitsvertrag eine geschlossene Zusatzvereinbarung über alternierende Telearbeit; neben der heimbasierten Telearbeit und der Arbeit an einem Standort der BWI eines von drei möglichen Arbeitsmodellen im Rahmen des BWI-Projekts „Delivering Future Work (DFW)“.

Alternierende Telearbeit soll nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht beides möglich machen: Mitarbeiter*innen arbeiten im tageweisen Wechsel an einem BWI-Standort oder zu Hause – sie haben also einen eingerichteten Arbeitsplatz zu Hause, der an mindestens zwei Tagen in der Woche genutzt werden soll. Am BWI-Standort stehen so genannte Wechselarbeitsplätze zur Verfügung, die man sich möglicherweise mit Kolleg*innen teilt. In Absprache mit der Führungskraft, und wenn die betrieblichen Abläufe es ermöglichen, kann alternierende Telearbeit auch mobil ausgestaltet werden.

Michael Jaroch an einem Wechselarbeitsplatz im BWI Service Center Hilden. Die Anwesenheit an einem BWI-Standort muss während der Homeoffice-Pflicht vorher angemeldet und durch die Führungskraft freigegeben werden.

© BWI GmbH/Michael Jaroch

Positive Erfahrungen mit Mitarbeitenden im Homeoffice

Schon heute freut sich Michael darauf, sein neues Arbeitsmodell nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht umzusetzen und dann an zwei Tagen pro Woche an den BWI-Standort im 120 Kilometer entfernten Rheinbach zu fahren und drei Tage von zu Hause zu arbeiten. „Das wird mir auf lange Sicht die Möglichkeit geben, mein Berufs- und Privatleben viel besser miteinander in Einklang zu bringen“, ist er überzeugt.

„Nach einem Jahr durchweg positiver Erfahrungen mit unserem gesamten Team im Homeoffice haben wir auch im Fall von Mike den Wechsel in die alternierende Telearbeit im Rahmen von Delivering Future Work befürwortet“, sagt Andreas Hoke, Michaels disziplinarische Führungskraft. Weil er viel Wert auf einen guten Austausch unter seinen Mitarbeiter*innen legt, hat Andreas – der von München aus arbeitet – zum Beispiel ein wöchentliches einstündiges Webex-Meeting etabliert. Gemeinsam mit der fachlichen Führungskraft Robert Lang stimmt sich das Team dann zu allgemeinen Themen der BWI sowie zum Tagesgeschäft ab.

„Die Umsetzung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist mit Sicherheit ein wichtiges Thema“, sagt Andreas Hoke. „Zahlreiche Unternehmen schreiben sich heute auf die Fahnen, dass bei ihnen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen. Die BWI setzt das aus meiner Sicht mit DFW auch noch zügig um – und das zeichnet uns besonders aus: Wir sagen es nicht nur – wir tun es einfach!“ 

„Wir sagen es nicht nur – wir tun es einfach!“

Andreas Hoke, BWI GmbH

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