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IT-Unterstützung im multinationalen Einsatz: BWI-Einheit Mission & Training nimmt Dienst in Niamey auf
 

Redaktion BWI

Bundeswehr

Im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sind die Bundeswehr und ihre Verteidigungsfähigkeit stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Gefordert wird eine bessere und modernere Ausrüstung, um die Handlungsfähigkeit der Bundeswehr sicherzustellen und ihre digitale Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen. Ob Einsatzgerät, Cybersicherheit, Führungsfähigkeit oder Kommunikationslösungen: Eine starke IT ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Auch bei Einsätzen im multinationalen Verbund, wie der UN-Mission MINUSMA, ist ein stabiles IT-Netz vor Ort – also mitten im Einsatzgebiet – Voraussetzung für eine erfolgreiche Mission. Eine rasante technologische Entwicklung sowie veränderte Bedrohungsszenarien erfordern unter anderem streitkräftegemeinsame Führungsinformationssysteme, durch die Interoperabilität und Datenaustausch zwischen den Streitkräften und den internationalen Partnern, etwa der NATO, stattfinden kann. Die Bundeswehr übernimmt dabei Führungs-, Verbindungs-, Beobachtungs- und Beratungsaufgaben sowie Beiträge zum Gesamtlagebild und zur zivil-militärischen Zusammenarbeit.

Dienst aufgenommen – bei 42 Grad Ortstemperatur

Gemeinsam sind ​​Frank Paschold (Projektleiter BWI Mission Support), Sven Korsten (Senior Systemadministrator Mission Support) und Oberstleutnant Christian K. (Projektleiter KdoCIR,) am 8. März vom Fliegerhorst Wunstorf aus mit einem A400M der Luftwaffe nach Niamey/Niger gestartet. Sven Korsten hat als erster M&T-Mitarbeiter den Dienst am militärischen Teil des Flughafens Niamey aufgenommen. Dort wurde er empfangen von 42 Grad Celsius – rund dreißig Grad mehr als zum Zeitpunkt seines Abfluges in der Heimat geherrscht hatten.

Viel Zeit zum Akklimatisieren blieb nicht: Bereits am Tag 1 nach seiner Ankunft hat Sven sich mit der Aufgabe vertraut gemacht, die IT-Spezialisten der Bundeswehr beim IT-Betrieb ihrer Bürokommunikation und in der IT-Nutzerbetreuung zu unterstützen. Noch liegt der Betrieb der vor Ort eingesetzten Kommunikationssysteme in der Verantwortung der Bundeswehr. Es geht beispielsweise um SATCOM (zur Satellitenkommunikation) und TETRAPOL zur Kommunikation auf kurzem Weg.

Vor dem Einsatz: 14 Tage in Hotelquarantäne

Personal, das in den Einsatz nach Westafrika geht, muss sich 14 Tage lang isolieren – so die aktuell geltende Bestimmung der UN-Mission MINUSMA. Das Kommando Streitkräftebasis (SKB) hat für die Hotelquarantäne aller Einsatzkontingente einen kompletten Trakt in einem Hotel am Flughafen Hannover-Langenhagen angemietet. Sven berichtet: „Während dieser Zeit darf man das Zimmer nur auf Anweisung verlassen. Das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, auch wenn die Zimmer relativ geräumig sind und die Mahlzeiten dreimal täglich direkt vor die Tür geliefert werden.“ Immerhin: Mehrmals täglich gewährte man Sven „Ausgang“ in den kleinen Park am Hotel – unter Beobachtung, weil niemand das markierte Areal verlassen darf und genügend Abstand zu anderen sich in Quarantäne befindenden Personen halten muss.

Speziallehrgang Einsatznahe IT absolviert

„Um für unsere Aufgabe in Niger gerüstet zu sein, hatten wir bereits 2020 mit den Vorbereitungen für diese besondere Mission begonnen – wohl wissend, dass der konkrete „Marschbefehl“ noch ausstand, aber irgendwann kommen würde“, betont Rolf Deipenau, Leiter BWI Mission Support. Heute – rund zwei Jahre später – sind die Kollegen präzise darauf vorbereitet, die Bundeswehr bestmöglich zu entlasten. Seit Sommer 2021 haben alle 8 Kollegen, die von BWI Mission & Training entsendet werden, in einem Speziallehrgang an der IT-Schule der Bundeswehr (ITSBw) im bayerischen Graben bei Lechfeld die ergänzende Ausbildung zu Administratoren in einsatznaher IT absolviert.

Seit dem 23. März unterstützt Senior System Administrator Patrick Papala seinen Kollegen Sven Korsten vor Ort (Foto unten). Gemeinsam bringen die Beiden den M&T-Kontingentbetrieb ins Laufen. Dann – so die Planung – wird alle 7 Wochen gewechselt: Ein Kollege darf in die Heimat fliegen, ein neuer Kollege löst ab.

Patrick Papala seinen Kollegen Sven Korsten vor Containern am Einsatzort©Sven Korsten

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