Innovationskampagne „Beyond Corona“:
Wie aus der Krise Ideen entstehen

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Redaktion BWI

Innovation, Unternehmen

Corona rüttelt die Welt durch. Die bislang getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben massive Auswirkungen auf das wirtschaftliche, öffentliche und private Umfeld. Wann die COVID-19-Pandemie überstanden sein und wie weit sie sich noch auswirken wird, wissen wir nicht. Aber es lassen sich schon jetzt Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln, um daraus für die Zukunft zu lernen. Genau zu diesem Zweck hat das Innovation Management der BWI vor rund zwei Monaten die Kampagne „Beyond Corona: Aus Krisen lernen. #Gemeinsam das Beste daraus machen!“ ins Leben gerufen.

Ziel der Kampagne ist, sich konstruktiv und zukunftsorientiert mit den aktuellen Herausforderungen auseinanderzusetzen, aus der Situation zu lernen und die BWI als Arbeitgeber und IT-Systemhaus für die Zukunft zu rüsten. Denn die Gesellschaft steht in der Verantwortung gegenüber ihrer rund 5.000 Mitarbeiter*innen und zugleich gegenüber ihrer Kunden, allen voran der Bundeswehr. Nicht nur in Krisen dieser Dimension sind die deutschen Streitkräfte eine tragende Säule für die Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik. „Die Kampagne soll uns helfen, aus den Erfahrungen zu lernen und die richtigen Schlüsse für erforderliche Veränderungen zu ziehen“, erklärt René Tedeski, Initiator der Kampagne im Innovation Management der BWI.

Von Social Distancing zu Distance Socialising

Das Innovation Management hat mit „Beyond Corona“ ein Sammelbecken für erlebte Probleme, gewonnene Erkenntnisse und daraus abgeleitete Ideen aller Mitarbeitenden geschaffen. Die Kampagne soll dabei über ein bloßes „Wie hast du Corona erlebt?“ hinausgehen – vielmehr steht im Fokus, wie jeder Einzelne sich künftig den Büroalltag und die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen vorstellt und welche Tools dazu bislang fehlten. Die Vorschläge müssen aber nicht zwingend technischer Natur sein – es geht genauso um das soziale Miteinander. Das zeigt die erste umgesetzte Idee: ein virtueller Firmenlauf.
 

Noch bis 21. Juni können Mitarbeiter*innen der BWI an dem unternehmensweiten Sportevent teilnehmen. Alle Sportarten sind möglich, die auf Distanz verbinden: Laufen, Skaten, Radfahren, Schwimmen und so weiter. Der virtuelle Firmenlauf findet unabhängig von Ort und Zeit statt. Über das Social Intranet können sich Teilnehmer eine Startnummer generieren und dort können sie auch Fotos Posten und ihre Erlebnisse mit der Community teilen. Der Grundgedanke: Aus Social Distancing entsteht Distance Socialising. „Was den Mitarbeitenden in Zeiten der Pandemie besonders fehlt, ist das soziale Miteinander“, so Tedeski.
 

Aus dem virtuellen Firmenlauf wiederum entwickelte sich die Idee eines dauerhaften, virtuellen Pausenraums, eine Art Online-Kaffeeküche, in der die Mitarbeitenden sich abseits der täglichen Arbeit ungezwungen austauschen können. Das Projekt befindet sich gerade in der Umsetzung, getestet wurde es schon. Der Testlauf, zunächst als Web-Meeting, stieß auf positive Resonanz: „Wir waren nur eine kleine Gruppe und haben uns über alles Mögliche ausgetauscht: Neulich haben wir über Gaming gesprochen oder darüber, dass jemand während der Corona-Krise umziehen musste. Solche Gespräche fehlen einem sehr, wenn man von zu Hause aus arbeitet“, erklärt René Tedeski. Um die Idee auf größere Gruppen ausweiten zu können, sollen Communities im Social Intranet genutzt werden. „Wir wollen das längerfristig aufrechterhalten. Zum Beispiel für diejenigen, die permanent im Homeoffice arbeiten und die Kollegen deshalb nicht persönlich treffen können.“ Über 80 Prozent der BWI-Belegschaft arbeitet derzeit von zu Hause.

Jetzt Wirkung entfalten

Bisher hat das Innovation Management zusammen mit dem Krisenstab der BWI nur Vorschläge umgesetzt, die interne Herausforderungen betreffen. Es befinden sich aber auch Ideen im Pool, die sich auf Lösungen für die Bundeswehr oder Behörden beziehen. Warum setzt die BWI also nicht auch Vorschläge wie „Lagebild für den Krisenstab der Bundeswehr und Bundesbehörden“, „VR-gestützte Zusammenarbeit“ oder „Indoor-Navigation zur Vermeidung von Gefahrenzonen“ bereits um? „Wir sichten alle Vorschläge regelmäßig und prüfen, welche wir sofort umsetzen müssen, weil sie nur im Moment ihr Potenzial entfalten können. Nach solchen Ideen suchen wir und geben sie dann direkt an den Krisenstab weiter“, erklärt Tedeski.
 

Das Innovation Management behält gemeinsam mit dem Notfallstab der BWI aber auch alle übrigen Ansätze im Blick und bewertet die Ideen hinsichtlich ihres Potenzials und ihrer Umsetzbarkeit. Ein Beispiel sind Infrarotsensoren, die künftig dafür sorgen könnten, dass die Mitarbeitenden Türöffner, Aufzüge oder Wasserhähne bedienen können, ohne sie anfassen zu müssen.
 

Eine weitere Idee soll das soziale Engagement innerhalb und außerhalb der BWI und gleichzeitig das Umweltbewusstsein fördern: Alte Computer könnten aufbereitet und Schulen oder anderen öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. „Die Idee ist nicht neu, kommt aktuell aber wieder auf. Viele stehen gerade vor der Herausforderung, Kinderbetreuung und Arbeit von zu Hause unter einen Hut zu bringen. Da kam die Frage auf, ob wir nicht schulische Einrichtungen unterstützen und Homeschooling erleichtern können“, berichtet Tedeski. Dabei gilt es, im Vorfeld viele Aspekte zu prüfen, etwa ob und unter welchen Voraussetzungen es überhaupt möglich ist, Geräte weiterzuverwenden.

„Die Kampagne bezieht die Mitarbeitenden direkt mit ein und fördert die Innovationskultur innerhalb der BWI.“

René Tedeski, Senior Expert Ideation & Experiments im Innovation Management der BWI

Innovation fördern, Chancen nutzen

Neben der Arbeit für die deutschen Streitkräfte gehört zu den Aufgaben des Innovation Managements der BWI, die eigene Innovationsfähigkeit zu stärken. Neben Think-tanks und Innovationsevents zu relevanten Trend- und Technologieentwicklungen dienen dazu unternehmensweite Innovationskampagnen wie „Beyond Corona“.
 

Die Kampagne läuft noch solange sich die BWI im Notfallbetrieb befindet. Mit „Beyond Corona: Aus Krisen lernen. #Gemeinsam das Beste daraus machen!“ hat das Team schnell auf die neue Situation reagiert – und sie genutzt. Denn jedem ist klar: Innovation ist wichtig für ein Unternehmen, besonders, aber nicht nur in Krisenzeiten. Auch wenn sich nicht alle Ideen sofort umsetzen lassen, ist ein Ziel bereits erreicht: Eine Plattform zu bieten, über die jeder mitwirken kann und soll, und einen Beitrag für eine Innovationskultur im Unternehmen zu leisten.
 

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