Digital Minds #1/3:
Cyrill Berg: Der IT-Tüftler

© Franz Grünewald
Redaktion BWI

Karriere

Für seine Frau war es erst nur eine Spielerei: LED-Beleuchtung im Hausflur weist Cyrill Berg darauf hin, ob er mal wieder vergessen hat, das Badezimmerfenster zu schließen. Dabei hatten ausgekühlte Zimmer überhaupt erst dazu geführt, dass er sich an den smarten Umbau des Eigenheims machte. Berg bastelte kurzerhand einen Sensor an die Fenster, der ihm beim Verlassen des Hauses anzeigt, ob noch eines offensteht. Bei seiner Arbeit hat Berg tagtäglich mit der Digitalisierung von Prozessen zu tun: Er ist für das Service-Design der Automatisierungsplattform der BWI zuständig. Die Plattform soll manuelle Prozesse weniger fehleranfällig und schneller machen. Außerdem trägt die Automatisierung zur Systemsicherheit bei. Seine Fähigkeiten auch zu Hause einzusetzen, lag bei Bergs Begeisterung für IT nahe.

„Ich glaube die IT wird zukünftig sehr viel mehr an Bedeutung gewinnen, aber auch sehr viel mehr in den Hintergrund rücken.“

Cyrill BergSystemmanager bei der BWI
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Je smarter, desto besser

Die Sensoren an den Fenstern waren nur der Anfang – mittlerweile gibt es kaum noch einen Bereich in seiner Wohnung, den Berg nicht digitalisiert hat. Dabei programmiert er nicht nur die Software der „smarten Geräte“, sondern baut oder modifiziert oft auch die Hardware. Der Staubsaugerroboter informiert ihn, wenn er fertig ist, Lichter sind ferngeschaltet, die Waschmaschine meldet Vollzug. Die Automatisierung macht der jungen Familie Berg das Leben einfacher. Neben dem praktischen Nutzen zählt allerdings auch die Optik: „Der Female Acceptance Factor ist entscheidend“, meint Cyrill Berg. Ein liebloser Kasten, aus dem Kabel herausquellen, ist für seine Frau zwar akzeptabel – aber nur für eine begrenzte Zeit. Damit Berg nicht an den Anforderungen der Familie vorbeidesignt, sind Absprachen und eine strukturierte Arbeitsweise unerlässlich. Schließlich geht es darum, dem Bedarf aller Anwender gerecht zu werden.

Bergs Werkbank © Franz Grünewald© Franz Grünewald
Bergs Schreibtisch © Franz Grünewald© Franz Grünewald

Automatisierung mit System

Wie bei seinem Job als IT-Architektgeht Berg systematisch an seine Arbeiten für das smarte Eigenheim heran. Damit das Endergebnis stabil und sicher läuft, plant er alle Schritte genau durch: Zuerst kommt die Anforderungsanalyse, dann ein sauberes Design und Konzept. Die Arbeit bei der BWI hat Berg insbesondere für das Thema Sicherheit sensibilisiert. „Ich mache mir heute sehr viel mehr Gedanken über die Netzwerksicherung meines Smart Home“, erklärt er.
 

Um Projekte erfolgreich umzusetzen, tauscht sich Berg intensiv mit seinen Kollegen aus: „Als ich mein erstes Smart-Home-Projekt hatte, habe ich festgestellt, dass im Kollegenkreis auch andere an ähnlichen Lösungen tüftelten. So haben wir uns gegenseitig ausgetauscht und geholfen.“ Berg schätzt die zahlreichen Fachexperten bei der BWI, die am Standort leicht zu erreichen sind und ihn bei Schwierigkeiten unterstützen. Im Privaten nutzt er vor allem Open-Source-Lösungen, tauscht sich darüber in einschlägigen Foren mit anderen Tüftlern aus und pflegt seinen eigenen Blog.

„Der Unterschied zum Tüfteln daheim: bei der BWI ist alles deutlich komplexer und größer.“

Cyrill Berg, Systemmanager bei der BWI
Alle smarten Funktionen auf einen Blick © Franz Grünewald© Franz Grünewald
Cyrill Berg im Büro © Franz Grünewald© Franz Grünewald

Hobby und Beruf in einem

Dass Berg seiner IT-Leidenschaft im Beruf- und Privatleben mit Freude nachgehen kann, hat er einem Freund und heutigen Kollegen zu verdanken. Dieser hatte ihm vor drei Jahren die BWI als Arbeitgeber empfohlen. „Die Flexibilität, die ich hier habe, hilft mir als junger Vater sehr“, betont Berg. So bleibt ihm neben der Familie auch weiterhin Zeit für selbstgebaute und -programmierte Verbesserungen an der Wohnung. Auch wenn er zugibt: „Nicht jede Lösung wird gleich von den Anwendern zu Hause akzeptiert – da muss ich dann noch mal ran. Und manches Ergebnis wäre mit dem Kauf eines Fertigteils auch sicher günstiger gewesen.“ Aber darum geht es Berg ja nicht: Die Arbeit an der Lösung macht ihm genauso viel Spaß wie zu sehen, dass der Anwender am Ende auch zufrieden ist – beruflich wie privat.

 


Die "Digital Minds"-Serie im Blog der BWI

 

Cyrill Berg wurde bereits im Rahmen einer Sonderkampagne in der FAZ porträtiert: hier lesen.

 

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