Soldat trägt VR Brille und Steuerungunits in einem Ausbildungsraum© Collage: BWI GmbH / Oliver Kunkel / Ilya Pusenkoff / Adobe Stock
(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr 2023

Innovative BWI-Lösungen für Streitkräfte-Schulungen

2 min
12. September 2023

Unter dem Motto „Zeitenwende – Wie gelingt die Bewältigung der Herausforderungen?” steht der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr 2023. Das Event widmet sich dem Lernen der Zukunft. Hierfür liefert die BWI innovative digitale Lösungen.

Dem Anlass angemessen - digital – meldet sich Boris Pistorius via Video zum Auftakt des dreitätigen Hybrid-Events. Als Schirmherr des diesjährigen (Aus)Bildungskongress ist dem Bundesminister der Verteidigung besonders an der Qualifizierung des Personals gelegen – ganz besonders in Zeiten wie diesen:

„Die Aus-, Fort- und Weiterbildung hat schon immer einen sehr hohen Stellenwert in der Bundeswehr eingenommen – in der Zeitenwende kommt ihr eine absolute Schlüsselrolle zu. Dabei müssen wir nicht nur technisch-funktionales Wissen vermitteln, sondern uns auch intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie wir uns gegen Bedrohungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung wappnen und unsere gesellschaftliche und staatliche Resilienz und Wehrhaftigkeit stärken können.“

Diesen Anforderungen kommt die BWI nach und unterstützt die Bundeswehr als primärer IT-Partner bei der Digitalisierung – auch bei der so wichtigen Wissensvermittlung.

Resilienz durch digitale Ausbildung

Nationale Sicherheit geht einher mit der Einsatzfähigkeit unserer Streitkräfte. Das fängt schon bei der Ausbildung an. Neben hohen Anforderungen an deren Qualität spielen Kapazitäten und Ressourcenmanagement eine essentielle Rolle. Indem die Ausbildung etwa virtuell stattfindet, entfallen viele Anfahrtswege, Personal- und Materialkosten. Frei gewordene Zeit, Personal und Technik stehen so etwa für mehr Lerneinheiten oder andere Aufgaben zur Verfügung. Modern und sicher konzipierte digitale Lösungen sind ein Schlüsselfaktor, mit dem die BWI zur Sicherstellung einer hochwertigen und effektiven Bundeswehr-Ausbildung beiträgt.

Wissensvermittlung mit  VR

Gerade der  virtuelles Lernen bietet viel Potential für eine erfolgreiche, effiziente und zukunftsgemäße Wissensvermittlung. Um unseren Streitkräften dies zu ermöglichen, läuft bei der BWI das Innovationsvorhaben “VR-gestützte Ausbildung”.

In engem Austausch mit der Bundeswehr bedient die BWI gezielt deren individuelle Bedürfnisse. Je nach Ausgangssituation und Anforderungen für die Praxis unterscheiden sich diese bei den verschiedenen Bundeswehr-Einheiten – im Trainging wie im Einsatz – stark voneinander. Für jeden Einzelfall wird daher ein spezifischer Lösungsansatz eruiert, der den speziellen Anforderungen der Streitkräfte und gleichzeitig den technischen Möglichkeiten, hohen Qualitätsansprüchen und strengen Sicherheitsstandards entspricht. So sind besonders vielversprechende VR-basierte Ausbildungsmöglichkeiten entstanden. Das ist nicht nur anwenderfreundlich, sondern auch praktisch: Ein Beispiel dafür ist ein virtueller Labor-Container – eine Lernumgebung für angehende Betriebsstoff-Feldwebel, der in enger Abstimmung zwischen BWI und der Luftwaffe entstanden ist.

Alle Betriebsstoffe der Bundeswehr wie Benzin oder Motoröl müssen gewisse Qualitätsstandards erfüllen, weshalb sie bei Einsätzen – gerade im Ausland – genaustens geprüft werden. Diese Qualitätskontrolle erfolgt in sogenannten Betriebsstoff-Containern, deren Bedienung eine mehrmonatige Ausbildung erfordert. Aufgrund der limitierten Anzahl dieser speziellen Container, die zudem meist für Einsätze benötigt werden, ermöglicht die virtuelle Lösung wichtige zusätzliche Ressourcen und eine zeit- und ortsunabhänige Schulung.

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    Der 3D-Betriebsstoff-Container ist nur ein Beispiel der Module für die neue virtuelle Lernplattform der Bundeswehr. Sie ist das Hauptprojekt, mit dem die BWI gemeinsam mit den Partnern vom Streitkräfteamt und TriCAT beim diesjährigen (Aus)Bildungskongress vertreten.ist. Denn die  BWI-Lösung soll zukünftig die aktuelle Link-and-Learn-Plattform der Bundeswehr ablösen und ab 2024 in der Ausbildung bei der Bundewehr eingesetzt werden.

    KI-basierte Schießausbildung

    Für das Kommando Spezialkräfte (KSK), den größten Spezialkräfteverband der Bundeswehr, hat die BWI mittels Künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert. Hinter der Initiative des Projekts steckt – wie auch beim Labor-Container – ein Praxis-Problem: Im Rahmen der KSK-Schießausbildung erfolgt das Zählen und Auswerten von Treffergebnissen derzeit noch manuell. Abgesehen vom enormen Zeitaufwand, der mit händischen Notizen und deren Übertragung in EDV-Systeme einhergeht, ist die Zettelwirtschaft auch fehleranfällig und manipulierbar.

    Die Lösung: Treffer auf Zielscheiben werden bei der digitalen Version des Schießtrainings zunächst abfotografiert. Eine KI ermittelt daraufhin die erzielte Punktzahl und überträgt diese automatisiert in eine Datenbank. Ein Klemmbrett wird somit überflüssig und wird gegen ein Tablet ausgetauscht – mit dem der Prüfende nur noch die Zielscheibe abfotografiert.

    © Collage: BWI GmbH / Oliver Kunkel / KSK / Adobe Stock

    Mehr Informationen zur digitalisierten Schießausbildung finden sich  in unserem Digitalen Showroom: Hier präsentiert die BWI Innovationsprojekte, die unsere Soldat*innen über Training hinaus auch in ihren Einsätzen unterstüzen sollen. So wird die Führungs- und Einsatzfähigkeit der Streitkräfte wird suksessive erhöht.

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