
Florian Zimmer ist eigentlich ein ganz normaler Auszubildender – und hat es bis ganz nach oben auf das Meisterschaftstreppchen geschafft: Er ist Deutscher Meister in IT Network System Administration. Nun wartet die Europameisterschaft auf ihn – und ein spannender Job bei der BWI.
Von selbst wäre er nicht auf die Idee gekommen. Aber als sein Berufsschullehrer ihn in seinem zweiten Lehrjahr fragte, ob er an der Deutschen Meisterschaft für IT Network System Administration teilnehmen möchte, sagte Florian sofort zu. Und wurde auf Anhieb Deutscher Meister.
„Die Aufgaben waren wirklich hart und der Zeitdruck war enorm“, erzählt Florian. „Wir mussten innerhalb von vier Stunden in jeweils jeder Aufgabenkategorie eine ganze Unternehmensstruktur aufbauen. Die Aufgaben sind so umfangreich, dass diese in der vorgegebenen Zeit nicht zu schaffen sind.“ Doch das hat seinen Zweck. Denn sonst wäre es nicht möglich die Besten im Fach auszumachen. Notwendig waren Kenntnisse in Cisco, Linux und Windows. In letzterem war er dank seiner Ausbildung in der Windows-Abteilung bereits bestens vorbereitet, bei Cisco und Linux hatte er immerhin Grundkenntnisse, die er im Vorfeld ausbaute. Bei der Meisterschaft selbst musste er schließlich jeden Vormittag und Nachmittag immer jeweils eine Aufgabe bearbeiten, abends gab es dann verschiedene Veranstaltungen für die Teilnehmer*innen.
Den anderen eine Nasenlänge voraus
„Es war anstrengend, aber auch richtig spannend“, sagt Florian. „Mein Vorteil verglichen mit den Teilnehmer*innen aus anderen Unternehmen war, dass ich in allen Bereichen solide Grundkenntnisse hatte. Die meisten Teilnehmer*innen konnten einen Bereich sehr gut, die anderen gar nicht.“ Und: Im Gegensatz zu anderen wurde er von seinem Unternehmen unterstützt, bekam Sonderurlaub für die Meisterschaft. „Meine Chefs und Kolleg*innen kamen sogar zur Siegerehrung überraschend angereist – als einzige Unternehmensvertreter*innen von allen teilnehmenden Azubis“, freut sich Florian.
Teambuilding in der Berufsschule
Mit der Ausbildung bei der BWI war er sehr zufrieden: Sie fand blockweise statt, das heißt, er war immer einige Wochen in Paderborn an der Berufsschule und wohnte dort mit anderen Auszubildenden zusammen in einer WG. So bildeten sich Lerngruppen und Freundschaften. „Das ist quasi ein Auszug light: Viele sind das erste Mal weg von zuhause, haben durch die Strukturen aber gleich Anschluss und sind nicht allein“, erzählt Florian. Nach einigen Wochen Theorie folgen ein paar Wochen Praxis im Unternehmen. „Auch da wurde ich sehr herzlich aufgenommen, mein Ausbilder war super und der Standort natürlich auch. Ich wurde direkt zu Anfang mit interessanten und spannenden Aufgaben betraut, die ich eigenständig oder mit meinen Azubikolleg*innen bearbeiten musste.“
Nächstes Ziel: Europameisterschaft
Florian arbeitet direkt im Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) und zeigt sich beeindruckt von den großen Rechenzentren, den strengen Sicherheitsvorschriften und von den Spezialisierungsmöglichkeiten. Seine Ausbildung als Fachberater integrierte Systeme hat er vor kurzem abgeschlossen und wurde direkt übernommen. In seiner neuen Funktion bearbeitet er Incidents, begleitet Changes und kümmert sich um Virtualisierungsprojekte.
Unterstützung vom Arbeitgeber ist Gold wert

Privat begleitet ihn das Thema aber weiter: Aktuell bereitet er sich auf die Europameisterschaften in Danzig vor. Dazu besuchte er bereits Trainingscamps in Hannover, Leipzig, Finnland und demnächst in Magdeburg, trifft immer wieder Gleichgesinnte und steht in engem Austausch mit der Bundestrainerin. Die EM ist im Gegensatz zur Deutschen Meisterschaft ein Team-Wettbewerb. Die Teilnehmer*innen treten zu zweit an, was bezüglich Absprachen und Arbeitsteilung neue Herausforderungen mit sich bringt. „Aber es macht Spaß, mit anderen zusammen an einem Problem zu tüfteln“, sagt Florian. „Wir alle sind leidenschaftlich dabei, kommen in der ganzen Welt herum und lernen immer wieder neue Leute kennen. Ich bin froh, dass mich mein Arbeitgeber hierbei so umfassend unterstützt – sei es durch freie Tage, die Übernahme der Teilnahmegebühren oder auch durch Hilfe bei konkreten Themen rund um die Systemadministration.“ Nach der EM ist aber auch für ihn Schluss, zur WM werden nur Teilnehmer*innen unter 22 Jahren zugelassen. Die hat er bereits hinter sich. Die Systemadministration lässt ihn aber nicht los – langfristig will er sich auch bei der BWI auf Automatisierung und Netzwerktechnik spezialisieren.
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