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Florian Mahlmeister in Bundeswehruniform im Einsatz in Afghanistan© BWI GmbH/Florian Mahlmeister
Vom Offizier zum Teilprojektleiter

Florian Mahlmeister wollte Selbstbestimmtheit – und fand sie

4 min
17. Oktober 2022

Arbeiten & Leben

Als Leiter des Teilprojekts Integration des Projekts Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) bei der BWI berät Florian Mahlmeister gemeinsam mit seinem Team die Bundeswehr. Dabei weiß er aufgrund seiner Erfahrung, was es braucht, um die digitale Gefechtsführung der Landstreitkräfte zu gewährleisten. Diese hat er nämlich bei der Bw, dem Kunden der BWI gesammelt.

Im Rahmen des Programms Digitalisierung landbasierter Operationen (D-LBO) werden die Fahrzeuge des Heeres mit moderner, digitalisierter Hardware, Middleware und Software ausgestattet. Hierzu müssen alle benötigten Komponenten pünktlich dort vorhanden sein, wo sie gebraucht werden. Dafür zu sorgen, dass alles reibungslos funktioniert, ist eine Aufgabe des Teilprojekts Integration bei der BWI. „Wir müssen sicherstellen, dass die Umrüstung der Fahrzeuge, also die Integration der Hardware und der Software, so kosten- und zeiteffizient wie möglich ist“, erklärt Florian Mahlmeister, Leiter des Teilprojekts Integration.

Dabei gilt: Die Umrüstung erfolgt meist bei den Herstellern. Das erfordert eine genaue Planung, welches Fahrzeug zu welchem Zeitpunkt bei welchem Hersteller sein muss. Gleiches gilt für die restlichen Komponenten, die benötigt werden. Das umfasst lt. aktuellen Planungen 32 unterschiedliche Varianten des IT-Systems und mehr als 12.000 Fahrzeuge in rund 200 verschiedenen Ausführungen. Florians Team koordiniert und steuert, wohingegen die Beschaffung der Bauteile selbst von anderen Teams im Programm D-LBO übernommen wird. „Kurz gesagt, als Teilprojekt begleiten wir sämtliche Integrationsthemen von der ersten Idee über die Erhebung der Anforderungen bis hin zur Vergabe an einen Auftragnehmer. Und unterstützen dann auch bei der Ausgestaltung beziehungsweise Umsetzung des Vertrags“, sagt Florian.

„Digitalisierte Landstreitkräfte haben für die Bundeswehr eine enorme Bedeutung."

Florian Mahlmeister, Leiter Teilprojekt Integration

Zwei Perspektiven: Vom Offizier zum Teilprojektleiter bei der BWI

Da er selbst seine Karriere bei der Bundeswehr gestartet hat, weiß Florian aus eigener Erfahrung, welche Bedürfnisse die Landstreitkräfte haben. Auf das Abitur folgten 13 Jahre Offizierslaufbahn. Parallel studierte er, zuerst Wirtschafts- und Organisationswissenschaften, gegen Ende seiner Dienstzeit dann noch mal Wirtschaftsinformatik. „Zum Juli 2021 habe ich dann auf eigenen Wunsch die Bundeswehr verlassen und anschließend bei der BWI angefangen“, erzählt Florian. Der Wechsel war einem entscheidenden Thema geschuldet: Selbstbestimmtheit.

Um möglichst viele Bereiche und Perspektiven der Arbeit bei der Bundeswehr kennenzulernen und zu erleben, werden Soldat*innen in der Offizierslaufbahn regelmäßig versetzt. Bei der BWI teilt er sich seine Arbeitszeit selbst ein, kann von zuhause aus oder im Büro arbeiten und erledigt Aufgaben größtenteils in Eigenregie. Seine Zeit bei der Bundeswehr möchte er dennoch nicht missen. „Meine Jahre dort waren sehr gut, ich durfte früh Verantwortung übernehmen und hatte spannende Aufgaben. Allerdings habe ich für mich gemerkt, dass ich mir für die Zukunft einfach etwas Anderes wünsche. Ich wollte mehr Mitbestimmung bei meiner beruflichen Entwicklung und Wohnortwahl haben“, sagt er.

Heute bringen ihm seine praktischen Erfahrungen einige Vorteile: Für Florian war der Einstieg bei der BWI kein kompletter Neuanfang. Er kannte die Begriffe, Herausforderungen und Anforderungen bereits aus der Nutzerperspektive und lernte nun die andere Seite der Projekte kennen. Das macht seine Arbeit für ihn auch besonders spannend, „weil ich Dinge, die ich bereits kenne, nun auf einer konzeptionellen Ebene vorantreiben kann“, wie er selbst sagt.
Militärische Erfahrungen sind allerdings keineswegs eine Voraussetzung, um als Projektmanager bei D-LBO einzusteigen. Vielmehr geht es um Projektmanagement-Kompetenzen wie Projekte, Zeit und Budget zu planen sowie Arbeitspakete zu strukturieren.

„Die Leitung des Teilprojekts Integration ist eine spannende Aufgabe, welche Mehrwert für die Nutzer*innen schafft. Sie zahlt ein auf das wesentliche Ziel der BWI, unser Land digital zukunftsfähig zu machen.“

Florian Mahlmeister, Leiter Teilprojekt Integration

„Ein grundlegendes IT-Verständnis ist auch notwendig, aber – je nach Aufgabe - eher breit als tief“, betont Florian. „Da stehen die Projektmanagement-Skills auf jeden Fall im Vordergrund.“ Unter anderem der angemessene Umgang mit Kunden und Stakeholdern – von Letzterem gibt es bei D-LBO eine ganze Menge. „Es ist ein sehr ambitioniertes Programm mit einem sehr komplexen Stakeholder-Umfeld“, erklärt der Ex-Offizier. „Innerhalb der Bundeswehr sind alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche betroffen und wir koordinieren zahlreiche Unternehmen, die an der Umsetzung beteiligt sind.“ Mit jeder Vertragsverlängerung wächst auch der Scope, also die Menge und Umfang der Themen, die das Team D-LBO@BWI übernimmt. Um die wachsende Palette an Aufträgen aufzufangen, braucht die Abteilung Verstärkung.

Die perfekte Mischung aus Bundeswehr- und Industrie-Know-how

„Unser Team macht eines ganz besonders: Wir sind sehr interdisziplinär aufgestellt“, sagt Florian. Viele seiner Kolleg*innen bei D-LBO haben einen militärischen Hintergrund, aber ein Großteil kommt auch aus der Industrie. „Das ergänzt sich sehr gut. Wäre es zu 100 Prozent das eine oder andere, wären wir in den entsprechenden Strukturen eingefahren.“ So greift die Abteilung das Wissen aus der Industrie ab und hat gleichzeitig ein gutes Verständnis für den Kunden.

„D-LBO beschäftigt sich mit der Digitalisierung der Landstreitkräfte. Und als Offizier habe ich meine Erfahrungen damit gemacht, wie es ist, wenn bestimmte technische Voraussetzungen nicht gegeben sind. Wenn man bspw. im Auslandseinsatz mit Funkgeräten aus den 80er-Jahren im Einsatz ist und keine digitale Lösung zur Hand hat“, schildert Florian.

Das Programm D-LBO wurde 2018 ins Leben gerufen und schon als aktiver Soldat war er davon begeistert. „Als sich dann die Möglichkeit ergeben hat, da selbst mitzuwirken, habe ich die Chance genutzt.“ Er sieht in seinen Aufgaben einen großen Nutzen und eine große Motivation, die Arbeit für die Streitkräfte zu optimieren. Eine Tätigkeit, die er sich auch für die kommenden Jahre vorstellen kann. „Irgendwann dann auch gerne als Projektleiter mit noch mehr Verantwortung.“