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Katharina vor dem Innovation Campus in Boston© BWI GmbH/ privat
Auslandsaufenthalt im Studium

BWI Summer School: Studieren in der Business-Stadt Atlanta

4 min
10. Januar 2023

Arbeiten & Leben

Zwei Wochen in Amerika studieren? Das macht die BWI für ihre dualen Masterstudent*innen möglich. Katharina Helwig hat ihren Auslandsaufenthalt kürzlich beendet. Von motivierten Professor*innen, spannenden Herausforderungen und warum jeder Studierende ein Auslandsangebot annehmen sollte.

Erleichtert und – zugegeben – erschöpft lässt sich Katharina Helwig ins Hotelbett fallen. Heute Morgen ist sie in Atlanta gelandet. Alles verlief reibungslos; der Flieger: pünktlich; die Koffer: angekommen. Doch dann ein Dämpfer, wie sich die duale Studentin erinnert: „Wir hatten Wochen im Voraus unseren Mietwagen gebucht. Als wir aber bei der Vermietung am Flughafen ankamen, war er nicht da”, erzählt Katharina. Erst Stunden später rollte ein Ersatzwagen an. Doch jetzt, hier in ihrem Zimmer, verfliegt der Stress schnell. Nun erwarten sie zwei Wochen Unialltag an der Stetson-Hatcher School of Business der Mercer University.

Katharinas Arbeitgeber, die BWI, kooperiert mit ausgewählten Universitäten und ermöglicht dualen Masterstudent*innen ein Studienmodul im Ausland zu absolvieren. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Organisation verantwortet die Uni, die Kosten übernimmt der Arbeitgeber. Von insgesamt 55 Studierenden sind fünf Kolleg*innen von Katharina dabei.

Das Modul ist in zwei Kurse unterteilt: „Innovation Management & Entrepreneurship“ in der ersten Woche, in der zweiten „Lean Six Sigma“. Es ist ihr letztes Semester und abgesehen von dieser Reise trennt sie nur noch die Thesis vom Abschluss ihres Studiums IT-Management.

Zeit für Sehenswürdigkeiten und einen ganz besonderen Guide

Das Wetter ist mild und die Temperaturen steigen bis auf 25 Grad. Katharina unternimmt am Tag nach ihrer Ankunft einen Sonntagsspaziergang mit ihren Kollegen im Centennial Park und besucht im Anschluss die World of Coca-Cola. Eigentlich reicht das schon an besonderen Eindrücken, doch am Abend geht es weiter: Die Gruppe betritt zum ersten Mal den Uni-Campus mit den von Wald und Wiese umgebenen roten Backsteingebäuden. Auf die Neuankömmlinge wartet ein Welcome-Dinner. Hier treffen erstmals alle Student*innen aus ganz Deutschland aufeinander und lernen ihren Guide kennen.

Jeff ist sehr herzlich, Manager des Centers of Executive Education und seitens der Mercer University für das Programm verantwortlich. Während ihres Aufenthalts wenden sich die deutschen Studierenden in erster Linie an ihn. Ein besonderes Merkmal des Guides: Er trägt die spektakulärsten Krawatten, von M&M’s bis hin zu Aufdrucken von seinen Töchtern.

© BWI GmbH / Privat

Vorbereitungen auf ein eigenes, fiktives Unternehmen

Der erste Unitag beginnt um 7:30 Uhr mit einem ausladenden Frühstück: Eier, Speck, Pancakes, Müsli, Toast – das Angebot ist groß. Generell lobt Katharina die Verpflegung: „Bei dem ein oder anderen Dessert bekommt man schon einmal einen Zuckerschock, aber alles in allem ist das Essen auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet und sehr lecker.“ Die Uni kümmert sich auch um das Mittagessen und Snacks zwischendurch. Für das Frühstück bleibt den Studierenden allerdings nur eine halbe Stunde, denn um 8 Uhr beginnt täglich die erste Veranstaltung.

Die Einführung in das Studienmodul ist locker und unterhaltsam. Eine Gruppe namens „laughing matters“ begrüßt sie mit Spielen rund um Teambuilding und Kommunikation. So lernt Katharina nicht nur die anderen Studierenden etwas näher kennen, sondern auch die Lehrmethoden: „Die Professoren sind äußerst motiviert, bauen einen mit ihrer Kritik auf und kommunizieren stets positiv“, merkt Katharina. „Der große Vorteil ist, dass man motiviert bleibt. Jeder Beitrag von uns wurde aufgenommen und weitergedacht. Das fand ich super wertschätzend.“ Dieser Eindruck festigt sich über die folgenden Tage.

In den beiden Wochen kommt Katharina nicht vor 17 Uhr aus der Uni. Der Unialltag ist straff durchgeplant und gefüllt mit Vorlesungen, Gastvorträgen und zahlreichen Gruppenarbeiten rund um die Module Innovationsmanagement und Unternehmertum. Sie lernt verschiedene Methoden kennen, um Technologielösungen und -trends zu bewerten und erarbeitet durch interaktive Aufgaben innovative Ideenfindungsprozesse. Doch es stehen auch Ausflüge auf dem Programm. Am stärksten bleibt ihr der Besuch im Curiosity Lab in Peachtree Corners in Erinnerung. Hier kommt Katharina beim ersten Schritt über die Straße mit dem Merkmal des Ortes in Berührung: der großen Innovationskraft. Die Ampeln kommunizieren – nicht nur miteinander, sondern auch mit mobilen Endgeräten und fahrerlosen Bussen. Sie senden ein Signal auf das Smartphone oder andere Devices, um über anstehende Grün- und Rotphasen zu informieren. „Was für ein cooler Ort“, findet Katharina. Noch cooler wird es, als sie nach und nach die dort ansässigen Start-ups kennenlernen und sich in dem Lab umsehen dürfen. Die vielen neuen Eindrücke sind überwältigend.

Mit ihrem neu erworbenen Wissen erstellen die Studierenden am Ende der ersten Wochen Präsentationen. Sie müssen ihre innovative Idee vorstellen. Eine große Herausforderung, wie Katharina findet. Deshalb arbeitet sie in jeder freien Minute mit ihrer Vierergruppe an einem Pitch über ein fiktives Unternehmen. „Wir müssen alles berücksichtigen: Was ist der Bedarf? Welche Probleme gibt es? Wer sind die Stakeholder und wer die potenziellen Kunden?“, zählt Katharina auf. Am Ende steht der Pitch inklusive Markt- und Zielgruppenanalyse zu einem Hersteller von „customizable shoes“, also individuell anpassbaren Schuhen. „Füße werden immer größer und trotzdem gibt es auf dem Schuhmarkt vor allem für Frauen vornehmlich Exemplare der Größen 38 und 39“, erklärt Katharina die Motivation dahinter. „Das kann im schlimmsten Fall zu gesundheitlichen Problemen führen.“ Sie präsentieren vor einer Jury aus vier Professor*innen, sogar die Dekanin ist anwesend. Alles läuft gut und zufrieden startet Katharina ins Wochenende.

„Ich kann nur allen Studierenden empfehlen, ein Auslandssemester zu machen. Es lässt sich mit dem Studium gut vereinen und die Erfahrungen sind unbezahlbar.“

Katharina Helwig, Masterstudentin

Das höchste Marshmallow und der schnellste Blumenladen

Dann beginnt auch schon die zweite Woche, mit einem neuen Thema: Lean Six Sigma.  Dabei handelt es sich um eine Methode zur Prozess- und Leistungsoptimierung, die ihren Fortschritt ähnlich wie im Kampfsport mit Gürtelfarben angibt. Besonders an diesem Modul ist, dass am Ende der Woche die Green-Belt-Zertifizierung vorgesehen ist. Täglich lösen die Vierergruppen neue Aufgaben, in denen es vor allem um effektive und effiziente Zusammenarbeit geht. Sie müssen sich schnell im Team zusammenfinden und organisiert verschiedenste kreative Aufgaben bewältigen.

„Wir müssen innerhalb von zehn Minuten einen freistehenden Turm aus 20 Spaghetti, Bindfaden und Klebeband bauen. Auf die Spitze kommt ein Marshmallow. Der höchste Turm gewinnt“, erklärt Katharina die Marshmallow-Challenge. In einer weiteren muss die Gruppe das Papierfliegerfalten optimieren. Diese Aufgabe ist fordernd und die Gruppe gerät ganz schön ins Schwitzen, als sie am Ende rund 120 Papierflieger auf den Luftweg schicken.

Die Woche schließt einmal mehr mit Präsentationen ab: Die Studierenden haben 15 Minuten, um einen alltäglichen Prozess vorzustellen – und Wege, ihn zu optimieren. Zur Verfügung stehen verschiedene Statistik-Tools. „In Katalonien gibt es einen Feiertag ähnlich dem Valentinstag, an dem Blumenläden gestürmt und Rosen gekauft werden“, erzählt Katharina. „Wir haben uns für dieses Szenario entschieden und wollen den Prozess des Roseneinpackens optimieren.“ Dabei berücksichtigen sie nicht nur diesen einen Vorgang, sondern auch das Setting, das entsprechend angepasst werden muss. „Das bedeutet, Aufgaben, die man auch im Vorfeld erledigen kann, wie zum Beispiel die Rosen zu entdornen oder Material zurechtzuschneiden, müssen wir entsprechend in der Gruppe koordinieren“, erklärt Katharina. Mit den Präsentationen endet das Auslandsmodul. Auf die Student*innen wartet am Nachmittag eine kleine Graduation-Party.

5 Die dualen Student*innen der BWI zeigen ihre Urkunden; in der Mitte steht ihr Guide Jeff.© BWI GmbH / privat

Die Vorlesungen und Kultur hinterlassen Eindrücke

Auf der Feier erhalten die Teilnehmer*innen nacheinander ihre Zertifikate für die abgeschlossenen Module – und den grünen Gürtel für Lean Six Sigma. Die Quote kann sich sehen lassen: Alle haben die Kurse bestanden. Ausgelassen und zufrieden mit ihrer Leistung feiert Katharina mit den 54 anderen ihren erfolgreichen Abschluss. Die Universität hat ein Buffet aufgebaut und einen Fotografen bestellt, der die Feier in Bildern festhält.

Katharina lässt den letzten Abend mit Kommiliton*innen in der Natur ausklingen. Nach einem Anstieg auf den Stone Mountain mit Blick auf Atlanta genießen sie bei einem Picknick gemeinsam den Sonnenuntergang und lassen die vergangenen Tage Revue passieren. Es waren zwei schöne und lehrreiche Wochen in den USA. „Ich nehme extrem viel aus den Vorlesungen mit, aber auch das Kulturelle bleibt hängen. Die Menschen sind oftmals offener und freundlicher als in Deutschland“, findet sie. Auch die Art zu unterrichten und wie die Professoren auftreten, hinterlässt Eindruck. Sie kann das Angebot für ein Modul im Ausland nur empfehlen. „Ich möchte auf jeden Fall wieder hierherkommen.“

Am nächsten Tag geht es für sie nach Deutschland zurück. Am Flughafen bordet sie allein, denn ihre Kollegen von der BWI verlängern ihren Aufenthalt mit Urlaubstagen. Doch sie hat schon andere Pläne: Die Master-Thesis wartet!

„Ich nehme extrem viel aus den Vorlesungen mit, aber auch das Kulturelle bleibt hängen. Die Menschen sind oftmals offener und freundlicher als in Deutschland.“

Katharina Helwig, Masterstudentin

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