BWL und SAP ERP: die perfekte Kombination

Frank Achter-Horst (47), IT-Architect ERP-Plattform

Frank Achter-Horst | @ BWI

Wird Frank Achter-Horst nach seinen Aufgaben bei der BWI – dem IT-Systemhaus von Bund und  Bundeswehr – gefragt, muss er erst einmal tief Luft holen, um alle seine Tätigkeiten zu beschreiben. „Ich prüfe die vorgeschlagenen Architekturen auf ihre Umsetzbarkeit. Ich gehe also der Frage nach, ob die gewünschte Lösung technisch von der BWI realisiert und von der Betriebsmannschaft administriert werden kann. Hierbei ist es vor allem wichtig, die Aufwände zu identifizieren und für eine geeignete Planung einzuschätzen.“ Frank Achter-Horst ist ein zentraler Ansprechpartner für alle mit der SAP ERP-Plattform verbundenen Architekturthemen, in die die BWI involviert ist. „Das heißt: Alles was geplant ist und gegebenenfalls Auswirkungen auf unseren Betrieb haben könnte, läuft über ‚meinen Tisch’“. Dabei engagiert er sich nicht nur in der Planung, sondern bringt sich auch aktiv als IT-Architekt ein.  Zudem ist er im Team verantwortlich für Fragen der IT-Sicherheit. „Hier überprüfen wir alle Produkte im Bereich SAP, die an einen Kunden übergeben werden sollen, ob sie den Sicherheitsstandards und -richtlinien entsprechen.“ 

Als weitere Aufgabe hat Frank Achter-Horst die Verantwortung für die sogenannten Fachkonzepte für die ERP-Plattform übernommen. „Das sind die vertraglichen Vereinbarungen in SASPF für die Zusammenarbeit von Bundeswehr und BWI. Diese Vertragswerke regeln zum Beispiel die Art und Weise des Betriebs sowie die Beauftragung und die Abrechnung der Leistungen.“ Die Abkürzung SASPF steht für Standard-Anwendungs-Software-Produktfamilien. So nennt die Bundeswehr ihre Systemlandschaft, die größtenteils auf SAP basiert. Und weil dem 47-Jährigen sein Aufgabengebiet immer noch nicht groß genug ist, konzipiert er nebenbei Schulungen für seine Kollegen in der SAP-Basisadministration.   

 

Angebot der BWI überzeugte

Dass Frank Achter-Horst so viele wichtige Themen anvertraut werden, kommt nicht von ungefähr. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich mit SAP und hat sich zu einem gefragten Experten in diesem Bereich entwickelt. So gefragt, dass ihn die BWI Ende 2017 unbedingt gewinnen wollte, um das SAP-System der Bundeswehr – dem größten Kunden des IT-Systemhauses – weiter voranzubringen. „Das Angebot der BWI konnte ich einfach nicht ablehnen, da es in jeder Hinsicht reizvoll war.“ Abwechslungsreiche und anspruchsvolle Aufgaben lockten: „Da die Bundeswehr äußerst innovativ ist, haben wir es mit modernen und sich ständig verändernden Themen zu tun.“ 

Eines dieser Themen ist aktuell S/4HANA, dem Nachfolgeprodukt der SAP Business Suite, auf der das derzeitige SAP-System der Bundeswehr größtenteils aufbaut. Mit dem Technologiewechsel schafft die Bundeswehr eine neue digitale Plattform für ihre logistisch-administrativen Prozesse. „HANA ist mir aus früheren Tätigkeiten sehr gut bekannt. Aber bei der Bundeswehr hat das eine ganz andere Dimension – sowohl hinsichtlich der beeindruckenden Größe als auch der ständig neuen Ideen, die es zu bewerten gilt. Es ist sehr beeindruckend, wie weit die Bundeswehr bei S/4HANA gedanklich schon ist und wie weitblickend sie hier vorgeht.“

 

S/4HANA-Einführung ist spannende Herausforderung 

Um die mannigfaltigen Herausforderungen zu illustrieren, die mit der Produktneuerung verbunden sind, greift Frank Achter-Horst den Teilaspekt Datenbank heraus. Die Migration der bisherigen Datenbanken auf SAP HANA ist eine wesentliche Voraussetzung für die spätere Nutzung von S/4HANA. „Auf uns kommt ein neues Modell zu, das sich deutlich von normalen Datenbanken unterscheidet. Das ist ein komplexes System mit einer eigenen Intelligenz. Dadurch ändern sich zum Beispiel die Art der Entwicklung und der Betriebsleistung. Auch die Konzepte für die Berechtigungen sowie für Backup und Recovery müssen völlig neu betrachtet werden.“ Allein der Einfluss der neuen Datenbanktechnologie ist enorm. „Und da haben wir über das darauf aufbauende Applikationssystem S/4HANA noch gar nicht gesprochen.“ Alles in allem ist das eine Komplexität, für die sich IT-Spezialisten wie Frank Achter-Horst begeistern.

 

Erfahren in SAP-Basisadministration und Projektleitung 

Den neuen Herausforderungen sieht der Senior Expert gelassen entgegen, denn er kann auf seinen großen Wissensschatz vertrauen. Diesen hat er im Laufe seines bisherigen Arbeitslebens als SAP-Basisadministrator und Projektleiter bei einem Rentenversorger und im Einzelhandel angehäuft. Auch sein Studium der Chemie und der Betriebswirtschaftslehre kommt ihm zugute. „Spannend an meinem Job ist, dass ich immer Fragestellungen bekomme, auf die es noch keine Antwort gibt. Manchmal gibt es schon Lösungen, die nur gefunden werden wollen. Aber es gibt auch genügend technische Herausforderungen, für die ich mir etwas Neues überlegen muss. Ich bin also ständig in einer Form von Entwicklung unterwegs.“ 

Daher ist Frank Achter-Horst auf der Suche nach der besten Lösung nicht nur als SAP-Fachmann, sondern auch als Forscher gefragt. „Da hat es nicht geschadet, dass ich Chemie studiert habe, denn die systematische Herangehensweise ist ähnlich.“ Während er sich von der Chemie handwerkliche Fertigkeiten ableitet, wirkt sich sein zweites Studienfach BWL ganz unmittelbar auf seine Arbeit aus. „IT mit betriebswirtschaftlichem Denken zu verbinden, ist eigentlich die beste Kombination. Und im SAP-Umfeld ist das sogar eine Notwendigkeit. Wer hier gute Beratung leisten will, muss sich umfangreiche Kenntnisse der fachlichen Hintergründe, Zusammenhänge und Abläufe aneignen. Nur so lassen sich die Probleme der Anwender verstehen und dann lösen.“    



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