SAP HCM: Von Detektiven und Problemlösern

Tim Hemig (37), Senior Expert SAP Human Capital Management (HCM) mit Schwerpunkt E-Recruiting

Tim Hemig | @ BWI

Mit dem Informatikstudium und Erfahrungen im Programmieren in der Tasche suchte Tim Hemig eine berufliche Heimat – und stieß auf die BWI. Das IT-Systemhaus von Bundeswehr und Bund betreut unter anderem das SAP-System der Bundeswehr. Rund 60.000 Bundeswehrangehörige nutzen die ERP-Lösung, um zentrale Prozesse zum Beispiel in der Beschaffung, im Rechnungswesen und in der Personalwirtschaft zu steuern. Jetzt steht den Beteiligten eine neue, spannende Aufgabe ins Haus: die Einführung von S/4HANA. Damit baut die Bundeswehr ihr logistisch-administratives Informationssystem zu einer leistungsstarken digitalen Plattform um. Das Vorhaben ist nicht nur eines der wichtigsten Digitalisierungsprojekte der Bundeswehr, sondern auch eine der größten und anspruchsvollsten S/4HANA-Einführungen in Europa. Eine reizvolle Aufgabe für SAP-Spezialisten, die Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu schätzen wissen. Genau solche neue Kolleginnen und Kollegen sucht das BWI-Team derzeit. Dabei sind die Aufgabenstellungen so vielfältig wie die Einstiegsmöglichkeiten.  

 

Sein Interesse an der BWI erklärt Tim Hemig so: „Ich fand das Themenfeld SAP spannend, weil das etwas ganz Neues für mich war.“ Eigentlich hatte er sich für eine Aufgabe in der Beratung beworben. Doch dann wurde er gefragt, ob er als Application Developer einsteigen und die Bewerbungsplattform der Bundeswehr mit betreuen wolle. Das Angebot war reizvoll für den heute 37-Jährigen – aber auch eine Herausforderung. „Ich konnte bereits Java und HTML. Aber ABAP, die Hauptprogrammiersprache in SAP, war mir fremd.“ Doch er blieb gelassen, denn er wusste: „Das entscheidende Werkzeug ist die Programmierung und das beherrsche ich. Andere Sprachen lassen sich lernen.“ Mit Unterstützung seines neuen Arbeitgebers BWI arbeitete er sich etwa drei Monate lang in das neue Themengebiet ein. So gelang der Einstieg schnell.

 

E-Recruiting-Plattform verzeichnet hohe Zugriffszahlen

Das war vor drei Jahren. Seither arbeitet Tim Hemig direkt vor Ort beim Kunden in Bonn. „Wir stellen die Software für die E-Recruiting-Plattform im Internet und im Intranet bereit, auf die sowohl die internen und externen Bewerber als auch die Sachbearbeiter der Bundeswehr zugreifen. Dabei betrachten wir alle Prozesse von der Bewerbung bis zur Einstellung. Diesen ganzheitlichen Blick auf das System finde ich besonders interessant.“ An Werktagen wird das Bewerberportal der Bundeswehr zigtausend Mal aufgerufen. Jede Woche kommen mehrere Tausend neue Registrierungen hinzu. Insgesamt ist eine sechsstellige Zahl an Kandidaten im System erfasst. 

 

Gemeinsam mit rund zehn Kolleginnen und Kollegen betreut Tim Hemig das Portal. Dabei ist das enge Zusammenspiel mit dem Kunden besonders wichtig. „Die Bundeswehr kennt die fachlichen Anforderungen und wir wissen beziehungsweise überlegen, wie sich diese technisch umsetzen lassen. Da die bestmögliche Lösung das Ziel ist, bringen wir auch Gegenvorschläge ein. Beratung und Umsetzung sind also fließend.“ 

 

Bei Lösungssuche ist Teamarbeit gefragt  

Am meisten genießt Tim Hemig den Dialog mit seinen Kollegen und dem Kunden. „Bei der Lösungssuche tauschen wir uns aus und lernen viel voneinander. Das bringt einen auch persönlich weiter. SAP ist ein unendlich weites Feld, das niemand allein vollständig beherrscht.“ Genau diese Unendlichkeit schätzt er sehr: „Als Informatiker, der an Neuem interessiert ist, findet man hier so schnell kein Ende.“ 

 

Und immer wieder ist auch Detektivarbeit gefragt. „Knifflig wird es, wenn Fehler im System auftauchen, die nichts mit der Programmierung zu tun haben. Dann müssen wir die Ursachen finden.“ Ein Beispiel: Zuletzt ließ die Leistungsfähigkeit des Systems immer wieder zu wünschen übrig. „Das passierte, sobald viele Nutzer gleichzeitig auf die Plattform zugegriffen haben, und hat sowohl die Bewerber als auch die Sachbearbeiter ausgebremst.“ Bei ihren Recherchen stellten die IT-Experten fest, dass von der Stellensuche die größte Belastung ausging, da bei jedem Vorgang auf die Datenbanken im Hintergrund zugegriffen wurde. „Das haben wir gelöst, indem wir die beiden Bereiche voneinander getrennt haben.“ Nimmt sich Tim Hemig solchen Aufgaben an, ist nicht nur Hartnäckigkeit und Geduld gefragt. „Man muss auch die fachlichen Prozesse verstehen und sich in sein Gegenüber hineinversetzen können und wollen. Schließlich sind es vor allem Nicht-Informatiker, die mit unseren Lösungen arbeiten.“ 



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